Jubelstimmung im Camp Tunesia
40. Deutsch-Amerikanisches Volksfest mit Böllerschüssen eröffnet

 

Jubiläums- und Festtagsstimmung im Lager Grafenwöhr. Mit dem ,,Ozapf't is" wurde das 40. Deutsch-Amerikanische Volksfest eröffnet. Um 12 Uhr nahm Kommandeur Colonel Frank Gehrki den Bierschlegel in die Hand. Mit sieben eher zaghaften Schlägen trieb er den Bierhahn in das erste Festbierfaß. Assistiert wurde der ,,Commander" dabei von DAGA-Präsident Fred Arnold und Festwirt Hermann Marherr.

Bereits zwei Stunden vor dem offiziellen Bieranstich versammelten sich zahlreiche Ehrengäste im Offizierscasino, jetzt Tower View Restaurant genannt. Der deutsche DAGA-Präsident Fred Arnold begrüßte unter anderem Regierungspräsident Alfons Metzger, Landrat Simon Wittmann und die Vizepräsidentin des Bezirkstages, lngrid Kurz.

In seiner Rede blickte Arnold zurück auf die 40jährige Volksfestgeschichte. Er erinnerte an die Anfänge, an die nicht leichte Geburt des DAGA bis hinzu den Wohlfahrtsaktionen in der Vorweihnachtszeit.


Nicht unerwähnt ließ er die spontanen Hilfeleistungen, wenn in der Region irgend etwas im Brennpunkt stand. Alle Wohlfahrtsprogramme, Aufgaben und Ziele könnten aber nur verwirklicht werden, wenn weiterhin Deutsch-Amerikanische Volksfeste im Sinne der deutsch-amerikanischen Freundschaft stattfinden.

Arnold räumte ein, daß die Durchführung der Volksfeste sich heute schwieriger gestalte als noch vor Jahren. ,,Die Zeit des Aufgebens ist aber noch lange nicht gekommen, dank unserer amerikanischen Freunde", sagte Arnold.

Willkommensgrüße entboten Lagerkommandant Oberstleutnant John D'Amico und der Kommandeur der 100. Gebietsunterstützungsgruppe, Colonel Frank Gehrki. Regierungspräsident Alfons Metzger stellte heraus, daß durch die Präsenz der Amerikaner der Frieden gesichert werde und der Eiserne Vorhang gefallen sei. Außerdem würdigte er die deutsch-amerikanische Freundschaft. An Fred Arnold und Frank Gehrki überreichte er einen Scheck. Mit einem Scheck war auch Bürgermeister Helmuth Wächter und der Direktor der Reichelbräu Kulmbach gekommen.

Beim Jubiläumsvolksfest purzelten die Rekorde

Es ist wie beim Leistungssport: Von Veranstaltung zu Veranstaltung purzeln die Rekorde. Beim 40. Deutsch-Amerikanischen Volksfest im Lager Grafenwöhr wurde alles bisher Dagewesene in den Schatten gestellt. Die Sogwirkung, die diese Veranstaltung bayernweit hat, ist imposant.
Besonders ,,schlimm" war es am Samstag abend und am Sonntag in den Nachmittagsstunden. Die Autos stauten sich zurück bis zum TUS-Sportgelände und von der anderen Stadtgrenze bis nach Hütten. Auch die Parkplätze in der Stadt waren hoffnungslos überfüllt.

DAGA-Schatzmeister Toni Dürr zog überschlägig Bilanz und nannte erste Zahlen. So wurden 43 020 Eintrittskarten zum Preis von zwei Mark verkauft. Im vergangenen Jahr waren es 41 525 Personen, die in das Camp Tunesia stürmten. Da Kinder unter l4 Jahren freien Eintritt hatten, dürften es nach Schätzungen zwischen 56000 und 60000 Menschen gewesen sein, die durch die Budenstadt zogen, bzw. ,,geschoben" wurden.

Insgesamt sind 130 Hektoliter Bier durch die durstigen Kehlen geflossen, davon 85 Hektoliter im Festzelt. Das ist relativ viel. Die meisten Festbesucher kamen in ,,Familienverbänden" und reisten mit Autos an. Nicht gezählt die nicht alkoholischen Getränke, wie Cola oder Softdrinks. Davon dürften auch etliche Hektoliter geflossen sein.

Schweißtreibend war der Job an den Grillständen. Es mußten 10388 Hamburger und 3568 Rippchen gebraten werden. Hot Dogs gingen 2960 über den Ladentisch und Tacos 6400. Maiskolben wurden 3696 Stück verkauft. Der absolute Renner war einmal mehr ,,American lce Cream". Die Besucher verdrückten nicht weniger als 18 776 Becher mit je einem halben Pfund.

Das Bundesforstamt hatte ebenfalls keine Absatzprobleme. Die Männer im grünen Rock grillten vier Schwarzkittel. In den Genuß einer Portion Wildsau kamen allerdings nur Frühaufsteher.

Zahlenmäßig nicht erfaßt werden können die Mengen, die an den Ständen von kommerziellen Gruppen und Firmen verkauft wurden. Schweinshax'n, Bratwürste, Steaks, Steckerlfische, Gyros und Kebab gingen ebenso reichlich weg wie die asiatischen Köstlichkeiten.
Was übrig blieb, war nicht nur ein Haufen Müll, sondern auch Geld, das der Deutsch-Amerikanische Gemeinsame Ausschuß im Dezember an Bedürftige aus der Region verteilen wird. DAGA-Präsident Fred Arnold ist rundherum zufrieden. Mit dem Umsatz ebenso wie mit dem Wetter und dem Ablauf des dreitägigen Festes, das ohne Komplikationen über die Bühne gegangen sei. Im November bei der Jahreshauptversammlung werde der DAGA über die Höhe der Wohlfahrtsaktionen entscheiden.


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