Picknick der Jungen Union Grafenwöhr

   
Dass sich Politik nicht immer hinter dicken Mauern abspielen muss, bewies die Junge Union Grafenwöhr am vergangenen Samstag. Bei herrlichem Picknickwetter trafen sich Mitglieder, Gäste und CSU Ortsverbandsvorsitzender Gerald Morgenstern auf der Grünanlage im Stadtpark. Markus Biersack referierte im Schatten des Kastenhauses über das Thema „Die Einführung des Euro“. Er brachte seinen Zuhörern die Entstehungsgeschichte bis hin zur Einführung des Bargeldes ab dem 17.12.01 nahe. Interessiert zeigten sich die Teilnehmer über die Tatsache, dass nicht alle 15 Länder der Europäischen Union im sogenannten „Euroland“ vertreten sind. England und Dänemark wollen den Zeitpunkt ihres Beitrittes zur neuen Währung selbst bestimmen. Schweden hingegen, erfüllt zur Zeit noch nicht die von der Europäischen Zentralbank vorgeschriebenen Konvergenzkriterien, wie z. B. die Wachstumsstabilität oder eine geringe Inflationsrate. Biersack zeigte Vorteile einer gemeinsamen europäischen Währung auf. So kommt es unter anderem zu einer Erleichterung im Zahlungsverkehr, denn die komplizierten Währungsumrechnungen z. B. im Urlaubsland entfallen ab dem nächsten Jahr. Auch die fehlende Zustimmung der Bundesbürger, nur knapp 57 % wollen den Euro, wurde diskutiert. Zurückzuführen ist diese Ablehnung vermutlich auf die noch herrschende Unsicherheit. Auch die Frage ob der „weiche Euro“ die „feste D-Mark“ ersetzen kann, versetzt viele Bürger in Zweifel. Biersack stellte in seinem Referat heraus, dass sich durch die Einführung des Euro für den Privatmann nicht allzu viel ändern wird. Es handelt sich schließlich um eine Währungsumstellung und nicht um eine Währungsreform. Die Geldwerte werden lediglich durch den Umrechnungsfaktor 1,95583, der am 31.12.98 vom Rat der europäischen Finanzminister festgelegt wurde, geteilt. Auch im Vertragsrecht bleibt alles beim alten. Sämtliche Verträge, die in DM geschlossen wurden, behalten auch weiterhin ihre Gültigkeit und müssen nicht neu verhandelt oder geschlossen werden. Leider birgt der Euro-Umtausch auch Risiken und Gefahren. So sollten vor allem ältere Mitbürger vor Umtauschaktionen an den Haustüren gewarnt werden. Weder Banken noch Polizei wird von Tür zu Tür marschieren um die DM in neue Euro einzutauschen. Auch handelt es sich bei Euro-Münzen oder Scheinen, die vor dem 17.12.01 in Umlauf gebracht werden sicherlich um Falschgeld. Als Tipp gab Biersack mit auf den Weg, auf die Sicherheitsmerkmale der neuen Scheine, vor allem in den ersten Tagen verstärkt zu achten. Am 17.12.01 werden bei den Banken sogenannte Starterkits im Wert von 10,23 Euro für die Bevölkerung zum Eintausch bereit stehen. Ziel dieser Aktion ist es, den Bürgern bereits ein paar Tage vor dem Jahreswechsel das „neue Geld“ nahe zu bringen. In der Silvesternacht werden die Bankautomaten ab Mitternacht nur noch Euro ausgeben. In der Übergangszeit vom 1. Januar bis zum 28. Februar kann mit beiden Währungen, DM und Euro eingekauft werden. Das Rückgeld wird jedoch in jedem Falle in Euro ausbezahlt. Ab dem 1. März verliert die DM nicht ihre Gültigkeit, sie kann dann jedoch nur noch bei den Landesbanken oder bei der Bundesbank eingetauscht werden. Auch Fremdwährungen werden nur noch bis Ende Februar bei den Banken eingetauscht. Wer nach diesem Termin noch Schilling oder Peseten besitzt, muss diese in den jeweiligen Ursprungsländern Österreich und Spanien in Euro eintauschen. In der anschließenden Diskussionsrunde wurden bei Baguette und Rotwein noch interessante Fragen aufgeworfen. Besorgt zeigten sich die Teilnehmer lediglich über die Tatsache, dass durch den Euro sicherlich auch die Preise steigen werden, und sei es nur über das Rundungsverfahren von DM auf Cent. JU-Vorsitzender Frank Neubauer bedankte sich beim Referenten Markus Biersack für dessen Ausführungen mit einem kleinen Präsent.
   

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