Massen erobern „Kleinamerika“
Zehntausende Besucher strömten aufs Volksfest im Truppenübungsplatz

Die Hamburger alleine können es nicht sein, die jedes Jahr Menschenmassen auf den Truppenübungsplatz locken. Die besondere Atmosphäre und der Hauch von Amerika ziehen die Besucher von nah und fern wie ein Magnet in Scharen nach Grafenwöhr. Auch heuer fanden Zehntausende den Weg ins Camp Cheb zum beliebtesten Deutsch-Amerikanischen Volksfest.

Dass an diesen drei Tagen das Wetter passte wie die Faust aufs Auge ist ein unerforschtes Phänomen. Der deutsche DAGA-Präsident Fred Arnold blickte am Freitag eine Stunde vor Bieranstich zum Himmel und sagte: „Wir bitten um schönes Wetter, aber nicht zu schön, sonst gehen die Leute ins Freibad und wir baden.“ Seine Worte wurden erhört. Nur am Sonntag


Zünftige Bierzelt-Atmosphäre herrscht schon am Freitagnachmittag. Unter den Eröffnungsgästen waren viele prominente Gesichter auszumachen.

Nachmittag regnete es kurz, aber das hielt die Besucher nicht ab. Im Gegenteil auf den Zufahrtswegen gab es Stau.

Neuer Bierrekord
Beim 43. Deutsch-Amerikanischen Volksfest, das zum zweiten Mal im Camp Cheb stattfand, schoben sich wieder zehntausende Menschen durch die Budenstadt. Bereits am Freitag wurde ein neuer Bierrekord registriert. Höhepunkt des ersten Tages war ein Brillantfeuerwerk über dem Festgelände. Angekündigt wurde das Feuerwerk bereits in der Eschenbacher Straße. Wer bei der Anfahrt zu schnell dran war oder es nicht erwarten konnte, einen Hot Dog zu ergattern, wurde bereits von „Becksteins Fotostudio“ geblitzt.

Auf dem Festplatz indes ging es lockerer zu. Deutsche und Amerikaner feierten gemeinsam, prosteten sich zu und schunkelten zu den Klängen der Stadtkapelle Eschenbach. Am Samstagnachmittag spielte die Stadtkapelle Grafenwöhr im Festzelt zünftig auf, während im Gettysburg Club die Volksfestbesucher versuchten, Elvis Presley und Michael Jackson zu imitieren.

Gegen 21 Uhr herrschte Stillstand auf der Flanierstraße, auch Rennbahn genannt. Tausende von Besuchern schoben sich durch die Budenstadt, Mensch an Mensch, Kinderwagen an Kinderwagen, Hund an Hund. Da empfahl es sich einen Umweg zu gehen, zum Beispiel über eine der vielen Seitenstraßen, wo unter anderem der Malteser Hilfsdienst platziert war und Dotsch brutzelte.

Ebenfalls in einer Seitenstraße hatte das Bundesforstamt Grafenwöhr seinen Stand aufgebaut. Nicht weniger als sieben Schwarzkittel wurden während der drei Tage abgezaust. Heuer gab es erstmals am Samstag Abend das leckere Wildschweingericht. Die Jahre vorher waren die „Sugerln“ spätestens um 14 Uhr ratzeputz verzehrt.

Voll auf ihre Kosten kamen am Samstag Abend auch die Jugendlichen. Im Festzelt stand die Formation „Checkpoint“ auf der Bühne. Schweres Blech war auch am Sonntag zu hören. Verpflichtet wurden die „Blaskapelle Dießfurt“ und die „Weidener Musikanten“.

 

Run auf Hamburgerstände
Wie die 42 Jahre vorher auch, setzte der Run auf Hamburger- und Ribstände sowie Eisbuden am Sonntagnachmittag ein. Eine Sicherheitskraft stellte fest: „ So viele Bayreuther Autokennzeichen gibt es nicht einmal in Bayreuth.“ In der Tat, das Truppenlager war zugeparkt bis auf den letzten Platz. An den Kassenhäuschen bildeten sich Menschenschlangen. Die große Waffenschau gleich am Eingang war der erste Zuschauermagnet. Die Bundeswehr und die US-Armee hatten das neueste Kriegsgerät ausgestellt unter anderem die neue „Haubitze 2000“.

Der „Selbstläufer“ Deutsch-Amerikanisches Volksfest endete am Sonntagabend kurz vor Mitternacht. Die Kassen haben geklingelt. Das ist gut so, denn mit dem Erlös dieses in der Bundesrepublik einmalige Spektakels wird zur Weihnachtszeit Bedürftigen und sozial schwachen unter die Arme gegriffen.


Zehntausende Besucher strömten von Freitag bis Sonntag ins Camp Cheb im Truppenübungsplatz. Mit dem Wetter hatten die Organisatoren des 43. Deutsch-Amerikanischen Volksfestes wieder einmal Glück: Es war weder zu heiß, weder war es zu kalt. Nur am Sonntagnachmittag regnete es kurz, aber das tat der guten Stimmung keinen Abbruch.

 

 


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