Sudetendeutsche und Schlesische Landsmannschaft
feierten „Tag der Heimat“



„Aus euerer Heimat konnte man euch vertreiben, nicht aber aus euerer Geschichte. Die Identität konnte man euch nicht nehmen. Dieses Ziel haben die Vertreiber verfehlt.“ Beim „Tag der Heimat“ forderte MdB Georg Girisch, Rechtsbewußtsein und Demokratieverständnis zu schaffen, daß sich derartiges nicht wiederholt.

Die Landsmannschaften erinnerten am Sonntag mit Gottesdiensten in der katholischen Friedenskirche und der evangelischen Michaelskirche an die Opfer der Kriege und alle, die ihre Heimat verloren haben. Die Schlesische Landsmannschaft mit der Vorsitzenden Gisela Zechmayer und die Sudetendeutsche Landmannschaft mit Obmann Hans Sollner gedenken alljährlich beim Tag der Heimat gemeinsam ihrer verstorbenen Landsleute. Nach den Gottesdiensten marschierten die Landsmannschaften und die örtlichen Vereine mit den Fahnenabordnungen zum Gedenkstein. Der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr führte den Zug an.

„Zum 45. Mal stehen wir an diesem Gedenkstein,“ erinnerte Sollner. „Wir haben Gottesdienst für die Opfer gefeiert, die auf den Friedhöfen überall auf der Welt ruhen. Nur Menschen, die ihre Heimat verloren haben, wissen es zu schätzen, daß sie eine neue Heimat gefunden haben, in der sie in Frieden und Freiheit leben können.“

„Viele Menschen mußten in den Kriegen ihr Leben lassen.“ MdB Georg Girisch erinnerte an die vielen Opfer der Vertreibung, die man inzwischen verharmlosend „ethnische Säuberung“ nennt. Wehrlosen Kindern, Frauen und älteren Menschen wird ihre Heimat genommen. „Wir können Geschehenes nicht ungeschehen machen“, meinte der Abgeordnete. Um so wichtiger sei es aber, in Erinnerung an die Toten von damals alles zu tun, damit eine Wiederholung derartiger Vorkommnisse unmöglich gemacht wird. Im Namen der Stadt dankte 2. Bürgermeister Udo Greim den Landsmannschaften, die im Wechsel die Tradition der Feierstunde zum Tag der Heimat aufrecht erhalten. „Auch heute gehören Tod und Vertreibung zur Tagesordnung“, bedauerte Greim.

Stadtpfarrer Hans Bayer und Pfarrer Wolfgang Neubauer sprachen die Gebete zu Ehren der Toten. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Männergesangverein unter Leitung von Bernhard Greiner. Zur würdigen Gestaltung der Feierstunde trugen die Trommler des Spielmannszuges mit Tambourmajorin Dr. Christina Schultes und die Freiwillige Feuerwehr mit Adjudant Alexander Richter bei. Für die Stadt Grafenwöhr legten 2. Bürgermeister Udo Greim und für die Landsmannschaften Gisela Zechmayer und Hans Sollner einen Kranz am Gedenkstein nieder.

Sollner bedankte bei MdB Georg Girisch, allen Landsleuten und den örtlichen Vereinen mit ihren Fahnenabordnungen für die Teilnahme. Seinen besonderen Dank sprach er 2. Bürgermeister Udo Greim, 3. Bürgermeister Herbert Hummel und den Stadträten, Pfarrer Hans Bayer und Pfarrer Wolfgang Neubauer, Stadtverbandsvorsitzenden Gerhard Mark, Ehrenkreisvorsitzendem Walter Pleyer, 2. Bürgermeister Peter Hübl und den Landsleuten aus Eschenbach mit Obmann Walter Kumpf aus. Für die feierliche Umrahmung dankte er dem Männergesangverein, der Freiwilligen Feuerwehr und dem Spielmannszug.


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