
Ehrung der verdienten Sozialdemokraten Leonhard Schopf,
Walter Rupprecht und Walter Asam in den siebziger Jahren.
Links im Bild MdB Franz Zebisch.
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Der SPD - Ortsverein Grafenwöhr feiert sein 80 jährliches Bestehen. Dies ist ein stolzes Jubiläum, das Anlaß zum Feiern bietet. Denn gerade in unserer Zeit ist die Besinnung auf die Vergangenheit und die Erkenntnis ihrer Leistungen, aber auch die Fehler, wichtig, um neue Kraft zur Meisterung der Gegenwart und Zukunft zu schöpfen. Nach dem 1.Weltkrieg im Jahre 1919 fanden sich in Grafenwöhr Männer zusammen, die mit den damals gegebenen politischen und sozialen Umständen nicht einverstanden waren. Dies führte letztendlich zur Gründung des SPD Ortsvereins im Gasthof zum Militärbahnhof. Durch den Truppenübungsplatz waren in diesen Jahren viele Arbeitskräfte aus allen Teilen Bayerns angezogen worden. Diese hatten zusammen mit der einheimischen Bevölkerung den Aufbau zu bewältigen: sie drückten die gleichen Sorgen und Nöte. Die soziale Not zu lindern und für ausreichenden Wohnraum zu sorgen waren damals die Grundgedanken für die politische Arbeit. Doch auch auf kulturellem Sektor wurden neue Wege eingeschlagen, so z.B. die Gründung des Radfahrvereins Solidarität und eines Gesangvereins. Auch mit der Schule gab es Probleme, vor allem bedingt durch die knappen Unterbringungsmöglichkeiten. Lange Zeit war es durch die Stagnation der Wirtschaft und den nur langsam vor sich gehenden Bevölkerungszuwachs in unserer Stadt äußerst schwierig, diese Probleme, die von der SPD immer wieder aufgezeigt wurden, zu meistern. Erst nachdem man an eine Erweiterung bzw. stärkere Belegung des Truppenübungsplatzes ging, wurde auch die wirtschaftliche Situation der Einwohner gestärkt und angehoben. Bewundernswert ist, daß in dieser ganzen Zeit die gesellschaftlichen Kontakte und das Vereinsleben verhältnismäßig gut florierten und regen Zuspruch fanden. Bei der Machtübernahme durch das 3.Reich wurde zwangsmäßig der SPD Ortsverein aufgelöst und dessen Vorsitzender Gustav Brunner inhaftiert. Nun trat wie überall eine 12-jährige Zwangspause in der Parteiarbeit und in der Vertretung alter SPD-Ziele und -Ideen ein. Die Freiheit des einzelnen Menschen wurden durch die Machthaber rigoros unterdrückt. Diese Zeit endete mit dem Bombenangriff auf unsere schöne Heimatstadt und viele Menschen mußten noch beim Untergang dieser Herrschaft mit Gut und Blut bezahlen. Trotz der Zerstörung vieler Wohnhäuser in Grafenwöhr fanden zahlreiche Flüchtlinge und Vertriebene Heimat und Aufnahme in unserer Stadt. Sie traten bald mit in die politische Verantwortung ein und engagierten sich sowohl auf kommunaler als auch kultureller Ebene durch zahlreiche Aktivitäten. So standen in den ersten Nachkriegsjahren auch Kandidaten aus dieser Bevölkerungsschicht zur Wahl. Die Arbeit des SPD Ortsvereins in den Nachkriegsjahren war sowohl von Erfolg als auch von Rückschlägen geprägt, was sich auch in der Zahl der errungenen Mandate bei den Kommunalwahlen widerspiegelt. So wurden 1966 fünf Mandate errungen; im Jahr 1972 erreichte die Erfolgskurve einen Höhepunkt mit 10 Mandaten im Stadtrat und dem 1.Bürgermeister Walter Asam. Bei der Wahl in Jahr 1990 stellte die SPD neun Stadträte und den 1.Bürgermeister Helmut Wächter. Seit 1996 besteht die Fraktion aus acht Stadträten und dem 1.Bürgermeister Helmut Wächter. Während es in den Nachkriegsjahren um elementare Überlebensfragen ging, steht heute als erster Stelle die Sorge um die Arbeitsplätze auf dem Truppenübungsplatz. Die zu begrüßende Abrüstung und der Wegfall der Ost-West-Konfrontation stellen für Grafenwöhr eine große Herausforderung dar. Seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990 und dem schleichenden Arbeitsplatzabbau auf dem Truppenplatz Grafenwöhr hat die Schaffung von Arbeitsplätzen für den Ortsverein oberste Priorität. Unter Bürgermeister Helmuth Wächter und der SPD - Fraktion wurden Gewerbe - und Industriegebiete ausgewiesen und die nötige Infrastruktur geschaffen um neue Betriebe im Stadtgebiet anzusiedeln. Als sehr großer Erfolg bei diesen Bemühungen war die Errichtung des Gründerzentrums zu verzeichnen. Neue Baugebiete wurden auf den Weg gebracht und die Modernisierung von Straßen und Brücken im Stadtgebiet weiter voran getrieben. Das Radwegnetz wurde geschlossen und bietet eine attraktive Freizeitbeschäftigung für die Mitbürgerinnen und Mitbürger. Die wichtigste Aufgabe des SPD Ortsvereins und der Stadtratsfraktion, wird es in den nächsten Jahren sein, das Städtedreieck Eschenbach, Grafenwöhr und Pressath zu einem modernen Gewerbe- Dienstleistungsstandort als mögliches Mittelzentrum für das neue Jahrtausend auszubauen. Genau so wichtig ist das Engagement und Interesse unserer Genossinnen und Genossen für die große Politik. Den Bürgern muß die Koalition von SPD und Bündnis 90/ die Grünen verdeutlicht und vermittelt werden. Durch JUSOS/ Falken (Nachwuchsorganisation) und der AsF (Frauengruppe) bestehen im OV Grafenwöhr für alle Generationen Ansprechpartner . Durch die Patenschaft mit den SPÖ Ortsverein Grafenwöhr in Niederösterreich, die im Jahre 1994 geschlossen wurde, erreichte die politische Arbeit des SPD OV Grafenwöhr auf internationaler Ebene einen Höhepunkt. Es ist daher eine Verpflichtung für den SPD Ortsverein in diesem Sinne zum Wohle der Bevölkerung zu arbeiten und seine Politik durch Ideale wie Toleranz und Achtung Andersdenkender menschlich zu gestalten. |
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