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Nach mehrjährigen Bemühungen
und konkreten Verhandlungen war es im September 2000 soweit: erstmals
in der 90jährigen Geschichte des Truppenübungsplatzes wird das Ostlager
Grafenwöhr durch die Stadt mit Trinkwasser versorgt. Beim Bau und Betrieb
der Kläranlage funktioniert diese für beide Seiten kostengünstige Lösung
bereits seit 30 Jahren hervorragend und reibungslos.
Das Ing. Büro Böhm, Rummel und Schäffler GmbH aus München hatte im Auftrag
der Stadt die gesamte Wasserversorgung neu zu berechnet und hier auch
den Übungsplatz mit einbezogen. Der ersten Kostenschätzung zufolge würde
die Neubaumaßnahme ca. elf Millionen Mark kosten. Nach Abstimmung der
Planung mit der US - Armee wies der neue Gesamtentwurf Kosten von 15,570
Millionen Mark aus.
Am 17. Juni 1997 erfolgte die „Feinabstimmung“ der beteiligten (Stadt
und US) und am 28.11.1997 wurde das Projekt im Stadtrat behandelt. In
den sich anschließenden Gesprächen einigten sich die künftigen Vertragspartner
auf eine Beteiligung an den Investitionskosten nach dem durch die Ingenieure
errechneten Aufwand für die Versorgung des Stadtgebietes und des Lagers
vorzunehmen. Am 01.07.1998 wurden die Zahlungsmodalitäten im wesentlichen
Festgelegt und im März 1999 - nach umfangreichen Detailverhandlungen -
in verbindlicher Form als Vertragswerk vereinbart. Zwischenzeitlich war
der Bayerische KommunalePrüfungsverband als Fachberater in die Planungen
mit einbezogen worden. Aufgrund der gemachten Vorschläge des Gutachters
sowie des Wasserwirtschaftsamtes Weiden konnte die geschätzte Bausumme
von ca. 11.000.000 DM auf nunmehr 8.500.000 gesenkt werden. Die US - Armee
leistete hieraus einen verlorenen Baukostenzuschuss, der sofort ausbezahlt
wurde. Die Mindestabnahmemenge des Übungsplatzes beträgt 300.000 cbm/Jahr;
der Maximalbedarf wurde auf 600.000 cbm festgeschrieben. Der Bedarf der
Stadt Grafenwöhr beträgt rund 400.000 cbm/Jahr, so dass gemeinsam mit
dem Lager rund 1.000.000 cbm Trinkwasser pro Jahr gefördert werden. Die
Entnahme von insgesamt 1.115.000 cbm pro Jahr wurde durch Bescheid genehmigt.
Die Aufträge wurden in 4 Losen vergeben:
Los 1: Wasserleitungsbau - Fa. Kassecker, Waldsassen
Los 2: Maschinentechnik Brunnen V und VI - Fa. EMU, Hof
Los 3: Aufbereitungsgebäude - Fa. Schar- nagl, Weiden
Los 4: Maschinen - und Elektrotechnik - Gesellschaft für Wasseraufbereitung,
München Planung und Bauleitung: Ing. Büro Böhm, Rummel, Schäffler GmbH,
München.
Einwandfreie Trinkwasserqualität aus neuen Brunnen
Die Stadt Grafenwöhr gibt bekannt, dass sich durch die Inbetriebnahme
der neuen Wasserversorgung im Gebiet „Kollermühle“ an der Wasserqualität
nichts geändert hat, jedoch ist Trinkwasser nur dem Härtebereich 3 nach
Waschmittelgesetz zuzuordnen. Das „neue“ Trinkwasser hat eine Gesamthärte
von 14,6 Grad Deutscher Härte, wogegen das Wasser aus der bisherigen Wasserversorgung
ausgesprochen weich war und einen Härtegrad von 6,5 und 7,1 Grad deutscher
Härte aufwies. Es war somit dem Härtebereich 2 nach Waschmittelgesetz
zuzuordnen. Dies führt zu einer vermehrten Kalkbildung beim Endverbraucher
(Kaffeemaschinen, Töpfe, Waschmaschinen, usw.), worauf die Stadt ausdrücklich
hinweisen möchte. Weiter wird dem Trinkwasser in der neuerrichteten Aufbereitungsanlage
Eisen und Mangan entzogen.
Die Werte der jüngsten Trinkwasseranalyse lauten wie folgt (die gesetzlichen
Grenzwerte jeweils in Klammern): Arsen: < 0,001 mg/l (0,01) Blei: < 0,001
mg/l (0,04) Cadmium: 0,0003 mg/l (0,005) Chrom: < 0,001 mg/l (0,05) Cyanid:
< 0,005 mg/l (0,05) Fluorid: 0,10 mg/l (1,5) Nickel: < 0,001 mg/l (0,5)
Nitrat: < 0,1 mg/l (50) Nitrit: < 0,002 mg/l (0,1) Trübung: < 0,2 FNU
(1,5) Mangan: 0,010 mg/l (0,05) pH - Wert bei 12,2 C 7,52 (6,5 - 9,5)
Delta - pH - Wert 0,08 (- 0,2) Calcium 58,7 mg/l (400) Gesamthärte: 14,6
Grad deutscher Härte entspricht dem Härtebereich 3 nach Waschmittelgesetz.
Das Grafenwöhrer Wasser entspricht somit allen Anforderungen der Trinkwasserverordnung.
In chemisch - technischer Hinsicht liegt ein mittelhartes Wasser vor,
das im Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht steht. Die Stadt möchte auf diesem
Wege nochmals alle Verbraucher darauf hinweisen, dass diese - bedingt
durch die Umstellung auf das neue Trinkwasser - ihre Hauswasserfilter
reinigen/ersetzen und auch die Perlatoren (Luftsprudler) an den Wasserauslaufhähnen
im Haus reinigen. Es könnten sich sowohl in den Filtern als auch an den
Ausläufen geringere Mengen von Partikeln angesetzt haben, die unter Umständen
Einfluss auf den Wasserdruck im Haus haben.
Wasserleitungsnetz wird gespült
Bedingt durch die Umstellung auf das neue Trinkwasser traten bei verschiedenen
Verbraucherstellen Eintrübungen auf und es kam vereinzelt auch zu Ablagerungen
(„schwarzes Wasser“). Hierbei handelt es sich um die Auswaschung des Braunsteins,
der sich - vor allem bei älteren Versorgungsleitungen - im Laufe der Jahrzehnte
an den Innenwänden der Hauptwasserrohre abgelagert hatte. Auch hier reagierte
der Stadtrat schnell, denn in der letzten Bauausschusssitzung wurde die
Reinigung erheblicher Teile des Versorgungsnetzes vergeben. Mit den Arbeiten
(Reinigen mittels Druckspülwelle) wird bereits im November 2000 begonnen,
sodass auch diese unangenehmen Begleiterscheinungen in Kürze behoben sein
werden. Die Stadt dankt allen Bürgerinnen und Bürgern für deren Verständnis
für die im Zuge der aufgetretenen Unannehmlichkeiten und versichert ausdrücklich,
dass auch durch die Stadtwerke in Zukunft einwandfreies Trinkwasser in
bekannt guter Qualität geliefert wird.
Grafenwöhr, 25. Oktober 2000
Stadt Grafenwöhr Wächter, 1. Bürgermeister
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