TC Grafenwöhr feiert in diesem Jahr Gründungsjubiläum

40 Jahre Tennisclub1958 -1998


Wenn man bedenkt, daß es heute allein in der Oberpfalz - 40 Jahre nach der Geburt des Grafenwöhrer Tennisclubs - nahezu 200 gemeldete Tennisvereine gibt, dann wird gerade am Beispiel des Grafenwöhrer Clubs der Aufstieg des „Weissen Sports“ besonders deutlich: Pionierarbeit wurde geleistet - und vom persönlichen Einsatz her gesehen, hat sich für die derzeitige Vereinsführung nicht viel geändert. Im Gegenteil , das Ehrenamt gestaltet sich immer schwieriger. Aus dem kleinen Kreis der Tennisinteressenten von einst ist in Jahren ein stattlicher Verein herangewachsen. Und diesen Geburtstag feiert die Tennisfamilie über die Pfingstfeiertage vom 29. Mai - 01. Juni 1998.

Es ist kein großes Fest vorgesehen. Der Schwerpunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten liegt eindeutig im sportlichen Bereich. Mit einem Altlandkreisturnier, an dem sämtliche Tennisvereine des Altlandkreises Eschenbach teilnehmen, will sich der Verein der breiten und sportinteressierten Öffentlichkeit präsentieren.

Nebenbei läuft selbstverständlich der Festbetrieb. Die Bevölkerung von Grafenwöhr und Umgebung ist dazu recht herzlich eingeladen.

Noch hatte der Tennisboom nicht eingesetzt, da wurde in Grafenwöhr 1958 der Grundstein für den Bau eines Tennisplatzes gelegt, obwohl die Erbauergemeinschaft noch gar kein Verein war. Es war lediglich eine kleine Gruppe von 4-5 Idealisten, die nur einen Tennisplatz zur eigenen Nutzung bauen wollte. Doch der Interessenkreis wurde schnell größer und bereits am 1. Mai 1959 konnte mit Hilfe einer deutsch-amerikanischen Arbeitseinheit der erste Hartplatz fertiggestellt werden. Die Stadt Grafenwöhr überließ dafür im Markwinkel, im Rahmen eines Erbpachtvertrages, das dazu notwendige Grundstück. Ein wichtiger Tag im Leben des Vereins war jedoch der 14. Juli 1959. Da nämlich haben die ersten offiziellen Vorstandschaftswahlen stattgefunden.

Hans-Oskar Herrmann war zum 1. Vorsitzenden und Dr. W. Felgenhauer zum Stellvertreter gewählt worden, als Schriftführer fungierte Alfons Bauer und die Kassengeschäfte führte Günther Ludwig. Die tragende Säule des jungen Vereins war allerdings eine Gruppe von 12 Sportbegeisterten deren Namen hier noch einmal erwähnt wird. Es waren dies: Hans-Oskar Herrmann, Heinrich Karpf, Alfons Bauer, Dr. Felgenhauer, Dr. Koßmann, Dr. Kalettka, Fritz Kraus, Günther Ludwig, Otto Nicklas, H. Posselt, Dr. Schubert und Alfred Wittig. Als Vereinslokal wählte man die Gaststätte „Ostmark“ (spätere Pizzeria Luigi), die damals vom Gründungsmitglied Fritz Kraus bewirtschaftet wurde.

Der Verein wuchs und gedieh. Der immer stärker werdende Trend zum Tennissport räumte vor allem mit dem Vorurteil der „Exklusivität“ des sogenannten „weißen Sports“ auf. Mittlerweile ist es Volks- bzw. Breitensport geworden und nimmt in der Sportstatistik hinter Fußball und Turnen bereits den dritten Platz ein. Demographische Erhebungen haben ergeben, das derzeit ca. 7 Millionen Deutsche Tennis spielen, auch wenn nur die Hälfte in Vereinen organisiert ist.

Rege sportliche Aktivität nahm damals schon eine Vorrangstellung ein, denn bereits 1959 führte der junge Verein seine erste Clubmeisterschaft durch.

Da auch das gesellschaftliche Moment nicht zu kurz kommen sollte und weil man darüber hinaus auch Umkleideräume und Sanitäranlagen benötigte, ging man schon in den Jahren 1960/61 an den Bau eines Clubheimes; und ein Jahr später wurde der langersehnte Rotsandplatz angelegt. Gleichzeitig war man gezwungen, eine Wasserleitung zu verlegen, weil das Sportgelände noch nicht an die städtische Wasserversorgung angeschlossen war.

Der Zuwachs des Vereins setzte sich fort, vor allem die Jugend entdeckte ihre Freude am Tennissport und Generationsprobleme blieben nicht aus. Die nachrückenden Ziehväter haben versucht sich damit auseinanderzusetzen.

Im Jahr 1962 wurde der Verein Mitglied im BLSV und damit auch beim BTV.

Anfangs der 70er Jahre mußte ein dritter Platz geschaffen werden, um den Ansprüchen und Anforderungen der „Jungen“ gerecht zu werden. Die Mitgliederzahl überschritt die Hundertergrenze.

Zwischenzeitlich beteiligten sich mehrere Mannschaften an den Verbandsspielen und der anhaltende Tennisboom machte den Bau eines vierten Rotsandplatzes notwendig. Dazu wurde noch ein Bitulac-Allwetterplatz mit einer massiven Schlagwand angelegt. Das Bewässerungsproblem konnte mit dem Anschluß an die örtliche Wasserversorgung gelöst werden.

1982 vergrößerte man das Vereinsheim. Die Umkleideräume, Duschen und sanitären Anlagen wurden zeitgemäßen Maßstäben angepaßt. Doch das war nicht die letzte Baumaßnahme.

Die Anzahl der Mitglieder erhöhte sich auf über zweihundert, mittlerweile nehmen insgesamt sechs Mannschaften an den Medenspielen teil. Um den anfallenden Spielbetrieb ordnungsgemäß bewältigen zu können, entschloß sich die Vorstandschaft einen weiteren Rotsandplatz zu bauen. Dieser Platz entstand auf dem Gelände der ehemaligen Reithalle Baron von Grafenstein.

Heute nun - nach 40 Jahren - verfügt der TC Grafenwöhr über eine Tennisanlage mit insgesamt 6 Tennisplätzen, herrlich gelegen und umrandet von Nadel- und Laubbäumen auf einer Fläche von über 6000qm. Daß der Verein ebenso wie viele andere, nicht aufzuhaltenden Zeit- und Emanzipationserscheinungen unterliegt, zeigt sich an der Zusammensetzung der jetzigen Vorstandschaft. Von den insgesamt sechs Funktionen werden allein zwei von Damen wahrgenommen. Lediglich die Parts des 1. Vorsitzenden (H. Gleissner) und des Sportwarts (P. Riebl) blieben nach den Neuwahlen, die im März dieses Jahres stattfanden, Männern vorbehalten. Der Tennisclub Grafenwöhr gibt sich auch noch in einem anderen Zusammenhang vorbildlich. Entstand doch so manche Freundschaft mit Amerikanern, die schon über Jahrzehnte hinweg aufrecht erhalten wird. Nicht zuletzt sogar mit einem Brünner (CR) Tennisclub.

Mit sportlichem Einsatz und organisatorischem Weitblick haben die Verantwortlichen des Vereins dazu beigetragen, das sich in Grafenwöhr der Tennissport etablieren konnte.

Sie, die Spieler, die Mitglieder und alle Grafenwöhrer haben berechtigten Grund zur Freude am 40. Geburtstag des Tennisclubs. Kommen Sie und feiern Sie mit. Vivat, crescat, floreat, per multos annos!



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