Aus dem Stadtgeschehen

Gesundheitszentrum für Grafenwöhr

Therapiezentrum - Betreutes Wohnen

Auf dem ehemaligen Wittig-Gelände zwischen der Bahnhofstraße und den Creussenauen soll im Bereich der Sandfurthbrücke ein dreigeschossiges Therapiezentrum entstehen.

Vorgesehen ist die Errichtung von Praxisräumen für Fachärzte und eine Tagesklinik für ambulante Operationen sowie Geschäftsräume für eine Apotheke, ein Reformhaus und einen Optiker. Im östlichen Trakt ist ein Fitneß-Center, eine Praxis für Physiotherapie, ein Kneipp-Kurpark und eine Saunalandschaft geplant.

In einem zweiten Projekt werden südlich des Sandfurthweges 43 kleine Wohnungen für Mieter gebaut, die auf Wunsch Pflege und Betreuung in Anspruch nehmen können. Bei der Stadtratssitzung am 14. Mai 1997 stellten die Geschäftsführer der Lenhart Wohnbau GmbH aus Schwarzenfeld und der Lenhart Bauträger GmbH aus Marktredwitz das Bauvorhaben vor, das auf Gesamtbaukosten in Höhe von 20 Millionen Mark veranschlagt ist.

In Städten vergleichbarer Größe wäre die Versorgung mit Fachärzten wesentlich besser. Nach einem statistischen Vergleich betreut ein Arzt in München 414 Einwohner, während in Grafenwöhr 1400 Bürger auf einen Mediziner treffen.

Lenhart führte aus, daß definitive Verträge nicht vor Erteilung der Baugenehmigung geschlossen werden können. Sehr viele Bewerber zeigen allerdings bereits Interesse.

Gedacht sei an Praxen für einen Augenarzt, Kieferchirurgen, Hautarzt, Zahnarzt, Kinderarzt, Orthopäden, Gynäkologen und Heilpraktiker.

Architektin Barbara Müller stellte das Bauvorhaben für ein Gesundheits- und Therapiezentrum mit Geschäften im Erdgeschoß und Arztpraxen in den Obergeschossen vor.

Das Zentrum wird durch ein Kneipp-Anlage, Fitneß-Center und Sauna aufgewertet.

Das Zentrum ist nach Ausführungen der Architektin mit Bettenaufzügen und einer Tagesklinik ausgestattet.

Appartements in einer Größe zwischen 40 und 55 Quadratmetern sollen in der Anlage für "betreutes Wohnen" entstehen. Es steht jedem Bewohner frei, die Hilfen in Anspruch zu nehmen, die er für sich als geeignet empfindet. Die Wohnungen sind nach den Worten der Architektin mit Küche, Bad, Terrasse oder Balkon und Abstellraum ausgestattet und können auch als Eigentumswohnungen erworben werden. Die vom integrierten ambulanten Pflegedienst "Regenbogen GmbH" angebotenen Dienstleistungen umfassen Erste Hilfe, Soziale Betreuung, Rufbereitschaft rund um die Uhr, Unterstützung bei behördlichen Fragen, Haushaltshilfe bis hin zur Medizinischen Versorgung und Pflege. Die Wohnanlage bietet auch Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf an. Größter Wert werde auf die verwendeten Materialien und Farben gelegt, die sich der Landschaft unterordnen sollten.

Für den Bau des Gesundheitszentrums ist eine Änderung des bestehenden Bebauungsplanes erforderlich. Nach Rücksprache mit dem Landratsamt wären allerdings keine Schwierigkeiten zu erwarten.

Die Stadträte sprachen vor allem die mögliche Konkurrenz zum Alten- und Pflegeheim in Hammergmünd und Krankenhaus Eschenbach an. Betreutes Wohnen stellt nach den Ausführungen Lenharts keine Konkurrenz zu diesen Einrichtungen dar, es sei eine Ergänzung.

Wenn der erste Spatenstich wie geplant im September 1997 erfolgen kann, würden laut Lenhart beide Bauvorhaben gleichzeitig begonnen. Für die Bauzeit wären 15 Monate veranschlagt.

Nach einer regen Diskussion stimmten die Stadträte einer Änderung des Bebauungsplanes "Am Bahnhof" als Sondergebiet Gewerbe mit Wohngebiet zu. Befürwortet wurde auch der Bauantrag von Gerhard und Josef Lenhart für ein Gesundheitszentrum mit Einrichtungen für betreutes Wohnen.

"Grafenwöhr ist eine schöne Stadt mit schöner Umgebung, besten Erholungsmöglichkeiten und wunderbaren Flußauen", begründeten die Brüder Lenhart die Wahl des Standorts für ihr Gesundheitszentrum.

"Die Landschaft wäre zu schade, um sie mit heroischen Bauten zu zerstören". Das geplante Projekt soll in das Umfeld integriert werden.

Bürgermeister Helmuth Wächter teilte mit, daß für die Erschließung und Altlastensanierung 1,3 Millionen Mark KONVER-Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Anerkennung zollten die Gebrüder Lenhart der Verwaltung für die Unterstützung bei den Vorarbeiten. Nicht in jeder Kommune wäre die Aufgeschlossenheit und Unterstützung wie in Grafenwöhr anzutreffen.





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