Wie bereits in der letzten Ausgabe angekündigt
und inzwischen auch an den überall aushängenden Plakaten
ersichtlich, steht in Gmünd ein großes Fest bevor.
Die Freiwillige Feuerwehr Gmünd feiert vom 20. bis 22. Juni
1997 ihr 100jähriges Bestehen. Außerdem wurde ihr
die ehrenvolle Aufgabe übertragen im Zusammenhang mit diesem
runden Jubiläum den Kreisfeuerwehrtag auszurichten. Die
Schirmherrschaft haben Landrat Simon Wittmann und Bürgermeister
Helmuth Wächter übernommen. Mit großem Elan machten
sich die Feuerwehrkameraden an die Aufgabe das Jubelfest zu organisieren.
Dabei konnte glücklicherweise auf den Erfahrungsschatz des
Vorsitzenden Karl Dobmann zurückgegriffen werden, der bereits
an der Organisation und Durchführung des Kreisfeuerwehrtages
1967 in Gmünd, damals aus Anlaß des 70. Geburtstags
der Wehr ein großer Erfolg, in vorderster Front beteiligt
war. Eine ganze Reihe von Schwierigkeiten mußte überwunden
werden, galt es doch einen passenden Festplatz zu schaffen, jede
Menge Verträge zu schließen, benötigte Utensilien
zu beschaffen und die mit einem Fest dieser Größenordnung
verbundenen Arbeiten zu verteilen. Inzwischen steht das Programm,
bleibt der Jubelwehr nur die Hoffnung auf gutes Wetter und großen
Zuspruch bei der Bevölkerung.
Gründungsfeste sind stets Anlaß
in der Chronik zu blättern und einige interessante Details
aus der Geschichte in Erinnerung zu rufen. Diese Tradition soll
hiermit natürlich auch beim 100. Geburtstag der FFW Gmünd
gewahrt werden:
Dem Beispiel umliegender Gemeinden folgend
und angetrieben durch wiederholt erlittene Brandschäden fanden
im Jahr 1896 erste Gespräche über eine Verbesserung
des Feuerschutzes in der Gemeinde Gmünd statt. Als Ergebnis
dieser Gespräche wurde im Rahmen der Gründungsversammlung
am 17. Januar 1897 offiziell die Freiwillige Feuerwehr Gmünd
ins Leben gerufen und beim Königlichen Bezirksamt in Eschenbach
angemeldet. Immerhin 45 pflichtbewußte Bürger, allen
voran Dorflehrer Linhard als der erste gewählte Vorstand,
schlossen sich spontan der jungen Wehr an und begannen mit gezielter
Ausbildung zum Zweck einer Erhöhung der Einsatzbereitschaft
und einer effektiveren Brandbekämpfung. Der erste Einsatz
ließ leider auch nicht lange auf sich warten. Als in Hammergmünd
vier Wohnhäuser und zwei Schuppen in Flammen standen, mußte
die Feuerwehr ihr Können bereits unter Beweis stellen. Die
Chronik vermerkt, daß bei diesem Großeinsatz nicht
weniger als 73 Wehrmänner aus Gmünd und Umgebung im
Einsatz waren. Schon in den ersten Jahren mußte die Wehr
auch zu Einsätzen in Grafenwöhr, Hütten, Thansüss
und ehemaligen Ortschaften im heutigen Truppenübungsplatz
ausrücken - für damalige Verhältnisse enorme Entfernungen,
die nicht selten zufuß zurückgelegt werden mußten.
Die erste Inspektion der Freiwilligen Feuerwehr
Gmünd erfolgte durch den Königlichen Bezirksamtmann
Wolfenstetter aus Eschenbach. Dieser war voll des Lobes für
die junge Wehr. Als ersten Spender zur Beschaffung von Ausrüstung
und Gerät ist in der Chronik "Seine Hoheit Prinz Albert
von Thurn und Taxis" aus Regensburg vermerkt; nicht ersichtlich
ist allerdings, was mit den am 11. Oktober 1897 erhaltenen 20
Mark gemacht wurde. Nach kontinuierlichem Aufbau in den ersten
Jahren stellte der 1. Weltkrieg einen großen Einschnitt
dar. Sieben Kameraden kehrten damals nicht mehr von den Schlachtfeldern
zurück. Am 7. Juli 1921 wurde die erste Fahne geweiht, die
bis 1976 der FFW Gmünd bei offiziellen Anlässen vorangetragen
wurde, und noch heute ihren Ehrenplatz in der Florianstube hat.
Beim 80. Gründungsfest erhielt damals die heutige Fahne
den kirchlichen Segen. Im Jahr 1928 bekam die Wehr eine fahrbare
mechanische Holzleiter, die aufgrund geänderter Vorschriften
zwar heute nicht mehr eingesetzt werden darf, aber noch immer
im Löschgerätehaus steht. Im Rahmen des Historischen
Festzuges wird sie sicherlich ihre gute Verfassung beweisen können.
Die erste Motorspritze wurde 1935 durch die Gemeinde Gmünd
angeschafft. Sie mußte jedoch 1945 mit der meisten übrigen
Ausrüstung an die amerikanische Besatzungsmacht abgeliefert
werden. Überhaupt brachte der 2. Weltkrieg viel Leid über
die FFW Gmünd: nicht weniger als 19 Wehrmänner verloren
ihr Leben an den verschiedensten Kriegsschauplätzen. Da
die meisten Männer zum Kriegsdienst eingezogen waren, hielten
zuhause Frauen den Feuerschutz aufrecht.
Wegen der Auswirkungen des Krieges war nach
1945 ein völliger Neuaufbau der FFW Gmünd nötig.
Personell und ausrüstungsmäßig war man ziemlich
nahe dem Nullpunkt. Viele Kameraden waren gefallen oder noch
nicht aus der Gefangenschaft zurück. Bereits 1947 erhielt
die Wehr aber ein neues Löschgerät und 1949 wurde das
erste Gerätehaus seiner Bestimmung übergeben. Es war
unter der Führung des damaligen Kommandanten Johann Kneißl
in der Dorfmitte errichtet worden. In den 60er Jahren erfüllte
man sich einen großen Traum und erwarb ein gebrauchtes Tanklöschfahrzeug.
Auf Anregung des damaligen Vorstands Johann Neubauer errichtete
man dafür 1969/70 sogar das neue Löschgerätehaus
am Leitenanger. Noch vor der Eingemeindung nach Grafenwöhr
im Jahre 1972 wurde der Ankauf eines neuen Löschfahrzeugs
durch den Gemeinderat von Gmünd beschlossen. Erst nach über
20 Jahren wurde dieses LF8, zu Ehren des damaligen Kommandanten
auf den Namen "Brock" getauft, 1994 durch ein modernes
Tragspritzenfahrzeug (TSF) ersetzt. Im Rahmen des Festzuges hoffen
die Gmünder auf ein Wiedersehen mit dem OPEL Blitz, der in
Rockendorf, Thüringen, immer noch seinen Dienst verrichtet
- nach Auskunft des dortigen Feuerwehrkommandanten zur vollen
Zufriedenheit. Dank der Aufgeschlossenheit der Stadt Grafenwöhr
für das Feuerwehrwesen verfügt die FFW Gmünd heute
über eine moderne Ausrüstung für die ihr zugeteilten
Aufgaben. In der jetzigen Zeit ist die Aufgabe einer Feuerwehr
ja nicht mehr nur auf Brandverhütung und -bekämpfung
beschränkt; mehr und mehr werden technische und andere Hilfeleistungen
verlangt. Dafür ist die FFW Gmünd heute bestens vorbereitet.
Von den zur Zeit 168 Mitgliedern sind 53 als
Aktive gemeldet. Diese aktiven Floriansjünger sind in vier
Löschgruppen eingeteilt. Dazu hat sich seit zwei Jahren
eine Seniorengruppe gebildet. Sie besteht aus Wehrmännern,
die nach 25 aktiven Dienstjahren zunächst ausschieden, inzwischen
aber erneut Interesse am Löschwesen fanden und jetzt ihre
große Erfahrung wieder einbringen. Über die Jahre
haben mehr als 40 Löschgruppen der FFW Gmünd eine Leistungsprüfung
bestanden. Von den gegenwärtig 53 Aktiven hat mittlerweile
jeder ein Leistungsabzeichen erworben, weit über die Hälfte
sogar schon die höchste Stufe, nämlich Rot auf Gold.
Die FFW Gmünd hat sich in den letzten
Jahren zunehmend auch der Mitgestaltung des Ortsteils und der
Förderung des Gemeindelebens gewidmet. So wurde die Trägerschaft
über zwei Kinderspielplätze im Ort übernommen,
einer beim neuen Löschgerätehaus, der andere hinter
der Kirche. Das alte Nepomuk-Marterl, früher bei der alten
Creußenbrücke, wurde auf Initiative der Wehr und auf
deren Kosten umgesetzt, renoviert und mit einer neuen Figur versehen.
Bei der Kirche wurde ein Mahnmal für die Gefallenen und
Verstorbenen Mitbürger errichtet. Der absolute Glanzpunkt
ist aber sicherlich die bei der Rettung, Renovierung und Umgestaltung
des ehemaligen Schulhauses zum "Haus der Vereine" erbrachte
Leistung. Mit der Florianstube entstand im Keller ein Schulungs-
und Sitzungsraum, der auch für den Feuerwehrstammtisch jeden
Mittwoch beste Voraussetzungen bietet. Auch die beiden Säle
im Erdgeschoß, die den Vereinen von Gmünd und ihren
Mitgliedern für sportliche und gesellschaftliche Aktivitäten
zur Verfügung stehen, sind hervorragend gestaltet und durch
die Feuerwehr bestens ausgestattet. Erst letztes Jahr wurde die
Renovierung durch die Stadt Grafenwöhr mit einem neuen Fußboden,
neuen Fenstern und Türen abgeschlossen, wobei die erbrachte
Eigenleistung der Gmünder eine beträchtliche Kostenersparnis
bedeutete. Weit und breit wird Gmünd seither um diese Räumlichkeiten
beneidet. Mit dem Kommersabend, bei dem alle Mitglieder der FFW
Gmünd, die ihr 25 oder mehr Jahre die Treue hielten, mit
einer Urkunde ausgezeichnet werden, wird dieses Begegnungszentrum
beim Jubiläum eine weitere Bewährungsprobe bestehen.
Die Schirmherren, die Festdamen, die Vorstandschaft
und letztlich alle Mitglieder der Jubelwehr laden hiermit die
Bevölkerung aus Nah und Fern, insbesondere die Grafenwöhrer,
Hüttner, Gössenreuther und Gmünder Bürger,
zu den Jubiläumsveranstaltungen auf das herzlichste ein und
freuen sich auf zahlreichen Besuch.
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