Fortsetzung
Wir kommen auf unserer Wanderung zu Straßengablung:
Amberger Straße und Vilseckerstraße, welche weiter draußen am „Kreuzschlag“
wieder die Abzweigung nach Pappenberg über Grünhund und somit in Richtung
Nürnberg aufwies.
Eine schöne Birkenalle führte in dieser Richtung, wovon weiter draußen
heut noch Bäume vorzufinden sind.
Besonders erwähnen möchte ich den im Anwesen „Bicherl“,
stehenden Lerchenbaum der sehr alt ist (1999 gefällt, Anm. d. Red.).
Von seiner Gattung finden wir an der Amberger Straße weiter draußen
im Übungsplatz-Gelände weitere Zeitgenossen.
„Wenn wir nun um das Jahr 1912-1914 über die sogenannte „Ambergerstraße“
hinaufwandern, begegnen wir den Neubauten rechts dem Örtl Haus, dem
Weißkopf Haus, jetzt Theresienheim, Koller Haus, dem Cafe Spahn und
dem Foto Spahn, sämtliche Anwesen Neubauten z. Zt. der Truppen Übungsplatz
Errichtung.
Auf der linken Seite der Ambergerstraße ebenfalls als Neubauten, dem
Rauh, (Schaumbachmüller) Anwesen, der Bäckerei Seidl, treffen auf
die Neubauten von Clemens Deyerling, vom „Spitzel Steffn“ Anwesen
heute Kohlenhandlung Brunner und dem Cafe Beer, einstmals Kaufhaus
Beer.
Bis zum Lager Eingang, welcher sich früher beim Militärgasthaus befand,
heute Offiziers Mess Gebäude finden wir nur Äcker und einen freien
Exerzierplatz hinterm Foto Spahn Anwesen.
Die Evangelische Kirche, 1923/24 erbaut steht auf einem Acker, auf
dem ich noch als Kind Kartoffeln gegraben habe und der unser Eigentum
war.
Nur die wenigen Apfelbäume an der Amberger Straße werfen ihre sauren
Äpfel, ebenso wie damals in den Straßengraben. Das Wahrzeichen von
Grafenwöhr, der Wasserturm, in diesen Jahren erbaut, grüßt ehrfürchtig
die alte Straße. Wieviel Tausende Soldatenstiefel haben sich an ihr
wohl seither abgetreten? All die nach 1912/14 erbauten Häuser an der
Amberger Straße wurden 1945 beim Bombenangriff zerstört und sind nicht
mehr in der ursprünglichen Bauweise aufgebaut worden.
Wenden wir uns nun dem sogenannten „Alten Weg“, der Straße zum Friedhof
zu. Einstmals der übliche Weg in Richtung Kaltenbrunn vor der Erbauung
der neuen Amberger Straße, die in den Jahren 1907/08, vor der Errichtung
des Truppen- Übungsplatzes als Umgehungs-Straße entstanden ist.
Meine Erinnerung weiß noch das alte bestehende Haus der Familie Renner-Sattler,
das niedere alte Stammhaus der „Huterer“ der Familien Deyerling, mit
Cramladen, wo man neben Backsteinkäse u. Salzheringen, das Salz und
das Petroleum, seinerzeit wichtige Güter, ebenso wie den Strohhut
und die Wagenschmiere kaufen konnte.
Daran anschließend stand in einem Garten das Häusl des Komunbräumeisters
„Meisl“. Wir finden tief im Schapfgraben hineingebaut das Anwesen
Witt (Klinger), wie heute noch.
Vor den beiden Häusern stand der Gemeinschafts-Brunnen der vorderen
Vorstadt gegenüber dem Backofen, welcher an seinem Platz heute noch
vorzufinden ist. An derselben Stelle, wie heute befand sich auch die
Städelreihe die zu den Vorstadt Anwesen gehörten, seinerzeit alle
noch mit Stroh bedeckt.
Es dürfte im Jahr 1908 gewesen sein, als ich eines morgens durch Glockenleuten
und Alarmrufe des Feuerwehrhornisten, damals der alte Schneider Lenz,
aus dem Schlaf geschreckt wurde. Der gellende Ruf „Feuer - Feuer“
seinerzeit wirklich noch ein Schreckensruf, ertönte von der Straße.
Als ich zum Dachbodenfenster hinaus sah, stand in westlicher Richtung
eine ungeheuere Feuersäule, welche im Morgengrauen die Friedhofskirche
hell erleuchtete. Es war der erste Großbrand den ich in Grafenwöhr
erlebte. Zitternd kroch ich in die Nähe der Mutter vor Angst. Gegen
Vormittag kam mein Vater kohlschwarz und durchnässt vom Löschdienst
der Feuerwehr heim und erzählte was alles abgebrannt ist. Er jammerte,
das die Feuerwehrschläuche vom Stadtweiher zur Brandstelle kaum ausreichten
für zwei Spritzrohre und das man wegen der großen Hitze mit den Löscheimerketten
kaum an den Brandherd herankommen konnte.
Das Huterer-Haus, das Renner-Haus, das Meisl-Haus als Brandherd, und
das Anwesen „Jahn Hofmann-Glaser“ sind Opfer des Großfeuers geworden.
Dieser Brand, dürfte der Anlaß zur Erbauung des Kaufhauses Deyerling
am Straßeneck weiter vorne gewesen sein. Ebenso des jetzigen Renner
Hauses. Zu jener Zeit gab es dann in der heutigen Sattlergasse die
Anwesen „Meiler-Mirtl-Meiler Sattler, und das „Knierhaus“ und Jahn
Anwesen.
An der heutigen Nebenstraße - an den Wiedgärten - finden wir damals
die noch hölzernen und mit schindelbedeckten Häuser der Familie „Nickl
Schuster und der Familie Schwemmer“, kleine Landwirtschaftliche Anwesen
mit Stadel nebenan, vor dem Haus immer die übliche Dungstätte, mit
Streuhaufen.
Die beiden letzten Anwesen wurden bereits zur unteren Vorstadt gezählt,
zu deren näheren Schilderung ich nun kommen will. Vor der Erbauung
der neuen Amberger Straße wickelte sich der Verkehr über die Stichn
Bruck, den Felsweiherdamm in Richtung Gmünd u. Pechhof nach Parkstein
u. Weiden ab. Meine Erinnerung reicht noch zurück auf die alte, hölzerne
Stichn - Bruck mit Wehranlage. So genannt, weil neben der Brücke das
Stichn Wirtshaus mit Zolleinnehmerstelle für den früher üblichen Brückenzoll
stand. Grundmauern dieses Anwesens sind in den Keller-Gewölben der
alten Städel erkennbar.
Fortsetzung folgt