Museum für die Zukunft gerüstet
Militariasammlung -macht Heimatverein unabhängig bei Gestaltung - 40 000 Besucher


Der Heimatverein Grafenwöhr zeichnete bei der
Hauptversammlung langjährige Mitglieder aus.
Zu den Geehrten gehörte auch Bürgermeister
a.D. Walter Asam (vierter von links), der den Verein
vor einem halben Jahrhundert mit aus der Taufe
gehoben hat. Links Vorsitzender Werner Biersack.

Durch den Erwerb der umfangreichen militärischen Sammlung von Günther Gaudszuhn aus Lüneburg ist der Heimanverein bei der Gestaltung des Militärmuseums künftig unabhängig. Bei der Jahreshauptversammlung am Mittwoch, 20. 01. 99 in der Stadthalle berichtete Vorsitzender Werner Biersack, daß bisher 2300 Gegenstände registriert wurden. Ein Drittel der Objekte wurde noch nicht erfaßt. Erfreulich war die Resonanz der Mitglieder auf den Spendenaufruf. Über 20 000 Mark gingen bisher ein. Biersack bedankte sich bei allen Gönnern und gab die Namen bekannt. Von den Kosten in Höhe von 250 000 Mark sind lediglich etwa 125 000 Mark abgedeckt. Der Heimanverein wird alles daransetzen, um die fehlende Summe aufzubringen, versicherte der Vorsitzende. Er bedankte sich bei Bürgermeister Helmuth Wächter und den Stadträten, die mit dem einstimmigen Beschluß zur finanziellen Vorleistung die Grundlage für den Erwerb der Sammlung geschaffen haben.

Steigerung um 1700 Besucher

In seinem Jahresbericht erwähnte Biersack, daß im Berichtszeitraum 1700 Besucher mehr ins Museum gekommen sind. Einen großen Anteil stellt die Heeresunteroffiziersschule Weiden. Ein Magnet waren auch die Sonderausstellungen. In den nächsten Tagen wird laut Biersack der 40 000. Besucher erwartet. Nach wie vor fehlen allerdings die US-Angehörigen, die nur vier Prozent der Besucher stellen.

Biersack ging auf die rückläufige Mitgliederentwicklung ein. 17 verstarben im letzten Jahr, nur zwei Neuaufnahmen erfolgten. Der feste Stand von 600 Mitgliedern ist deutlich unterschritten bedauerte er.

Die Museumsarbeit, die Vorbereitung von Sonderausstellungen, die Planung der Vereinsfeste und die Fertigstellung des begehbaren Depots standen im Mittelpunkt der Aktivitäten des Heimatvereins im vergangenen Jahr.

Alte Hausnamen nicht vergessen

Damit die alten Hausnamen nicht vergessen werden, wurden die städtischen und kirchlichen Gebäude bereits mit Schildern gekennzeichnet. ,,Es wäre schön“, bemerkte Biersack, ,,wenn private Hausbesitzer diesem Beispiel folgen würden“. Interessierte könnten sich bei der Stadtverwaltung oder im Museum melden.

Der Vorsitzende berichtete von den erfolgreichen Sonderausstellungen und dem traditionellen Schönbergfest. ,,Unser Schönberggeist Walter Birke fehlt an allen Ecken und Enden“, bedauerte Biersack. Das Naherholungsgebiet, in das Birke 25 Jahre lang viel Zeit, Liebe und Geld investiert hat, wird über kurz oder lang seine Attraktivität einbüßen.

Biersack stellte fest, daß die Zerstörungswut mancher Jugendlicher immer größere Ausmaße annehme. Anzeigen hätten bisher keinen Erfolg gebracht. Er richtete an alle Bürger die Bitte, entweder selbst auf die Verursacher einzuwirken, oder dem Treiben durch eine Anzeige ein Ende zu machen.

Bürgermeister Helmuth Wächter dankte dem Heimatverein im Namen der Stadt und der Stadträte für sein Engagement. Mit dem Kauf der Militariasammlung sei das Museum für das Jahr 2000 gerüstet.

Stadtverbandsvorsitzender Gerhard Mark hob hervor, daß der Heimatverein das kulturelle Leben der Stadt entscheidend mitgestaltet. Viele ehrenamtliche Mitarbeiter waren dazu zum Wohle der Allgemeinheit notwendig.

Heimatabend zum 50jährigen.

Biersack dankte den vielen ehrenamtlichen Helfern im Museumsdienst, die bei Festvorbereitungen und allen anfallenden Arbeiten ihre Freizeit für das Gemeinwohl opfern. Sein Dank galt auch den Spendern, die die Arbeit des Heimatvereins finanziell unterstützen. Er wies auf die geplanten Veranstaltungen hin und nannte besonders den Heimatabend zum 50jährigen Jubiläum der Wiedergründung des Heimatvereins am 24. Oktober 1999.

Vertrauensbeweis für Vorstandschaft.

Einen überwältigenden Vertrauensbeweis erhielt die Vorstandschaft des Heimatvereins bei den Neuwahlen. Einstimmig wurden Vorsitzender Werner Biersack und sein Stellvertreter Willi Buchfelder in ihren Ämtern bestätigt. Willi Keck fungiert auch künftig als Kassier und Reinhard Trauner als Schriftführer.

Wiedergewählt wurden die Ausschußmitglieder Leni Peter, Walter Birke, Georg Brunner, Paul Deyerling, Otto Heinrich, Max Reiter, Paul Schlagner, Hans Sollner, Dietmar Altmann, Herbert Dobmeier, Fanny Ernstberger, Reinhold Gietl, Georg Meiler, Matthias Rubner, Jürgen Schmidschneider, Lina Specht, Siegfried Wolf, Ludwig Widmann.

Neue Mitglieder im Vereinsausschuß sind Angela Biersack, Martin Hößl, Gerhard Mühln, Wolfgang Pirkl, Leo Suttner und Josef Schwemmer. Kassenprüfer bleiben Georg Meiler und Konrad Daubenmerkl.

Heimatverein Grafenwöhr zeichnete treue Mitglieder aus.

Bei der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins zeichnete Vorsitzender Werner Biersack am Ortsfeiertag St. Sebastian Mitglieder für ihre langjährige Treue aus.

Der Heimatverein wurde am 13. November 1949 auf Initiative von Andreas Hofmann und Metzgermeister Andreas Grafberger wiedergegründet. Zum Vorsitzenden wurde Andreas Grafberger und zu seinem Stellvertreter Anton Peter gewählt. Biersack zeichnete als letztes noch lebendes Gründungsmitglied Bürgermeister a. D. Walter Asam und die Mitglieder der ersten Stunde, Alfons Bauer, Georg Brunner, Anton Erhart, Karl Keck, Framilda Seifert und Erich Spahn für 50jährige Treue aus.

Bereits seit 40 Jahren gehören Adolf Kamm und Martin Reiter dem Heimatverein an. Für 25jährige Mitgliedschaft wurden geehrt Anton Benkhardt, Johann Biersack, Helmuth Dostler, Dr. Horst Hannak, Franz Held, Brunhilde Hilgenberg, Martin Hößl, Hans Kneidl, Max Neuberger, Betty Richter, Konrad Rubner und Johann Sollner.

Als Zeitzeuge erinnerte Walter Asam an die Vereinsgründung. Nach den bitteren Erfahrungen der Vergangenheit waren 1949 nur wenige Bürger bereit, sich bei einem Verein zu engagieren. Sein Vorgänger im Amt des Bürgermeisters habe 1937 das Kastenhaus erworben, in dem nach wechselnder Nutzung und umfangreichen Umbaumaßnahmen das Kultur- und Militärmuseum jetzt seine endgültige Bleibe gefunden hat.



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