Frauen-Union hielt Jahreshauptversammlung

Einen umfassenden Rechenschaftsbericht gab die Vorsitzende der Frauenunion (FU), Maria Böse, bei der Jahreshauptversammlung im Gasthof Daubenmerkl. Dabei wurde deutlich, daß die FU sich ihrer politischen Aufgabe bewußt ist. Neben vielen gesellschaftlichen Veranstaltungen wie Altenheimbesuche und Kinderferienprogramm stand die Zusammenarbeit mit CSU und Junger Union im Vordergrund. Besonders die Stammtischgespräche mit Themen zu Gentechnologie oder der geschichtlichen Entwicklung der Frauenrechte fanden großen Anklang. Das ,, Frauenfrühstück" im Existenzgründerzentrum zu Problemen des Berufswiedereinstiegs von Frauen war sehr gut besucht und wurde von kompetenten Referentinnen begleitet.

CSU-Ortsvorsitzender Gerald Morgenstern dankte für die gute Zusammenarbeit und berichtete von der Klausurtagung in Windischeschenbach, in der u.a. Fragen wie Kindergartenöffnungszeiten und Lehrstellenangebot erörtert wurden. Er plädierte dafür, sich mit 3 x Ja für Bayern in der Volksabstimmung zur Parlamentsreform ,,Schlanker Staat und Senaterhalt" zu äußern.

Über Entstehung und Folgen von Dioxinen für die Umwelt referierte Diplom-Chemikerin Dr. Rosa Gradl-Dumler aus Eschenbach. Sie ist tätig am Bayerischen Landesamt für Umweltschutz in Wackersdorf. Wie die Chemikerin ausführte, sind die Dioxine ein Gemisch aus vielen chemischen Verbindungen, von denen heute 210 Einzelverbindungen bekannt sind.17 davon werden als gefährlich eingestuft, eines wurde als das ,,Seveso-Gift" bekannt. Dioxine sind in allen organischen und anorganischen Stoffen vorhanden, werden aber erst bei Verbrennungen von 300 bis 600 Grad Celsius, z. B. bei Hausbrand freigesetzt. Seit 1977 können Dioxine in der Flugasche nachgewiesen werden. Seit Einbau von wirksamen Filteranlagen sei die Konzentration in der Flugasche verschwindend klein und kaum noch nachweisbar, führte die Sprecherin aus. Dioxine entstehen überall dort, wo fossile Brennstoffe, auch bei Waldbränden, Anwendung finden. Neue Quellen entstehen heute durch Metallrecyclingbetriebe, in denen chlorhaltige Stoffe und Katalysatoren Anwendung finden. Auch in der Textil- und Papierindustrie würden vielfach chlorhaltige Stoffe benötigt, die bei Verbrennung oder Erwärmung durch die Körpertemperatur Dioxine freisetzen. Bedenklich sei, so die Referentin, daß Dioxine verstärkt in Klärschlämmen nachgewiesen werden. Ursache dafür seien Waschmittel und mit Chlor behandelte Textilien aus Billigimporten. ,,Die Wirkung langanhaltender Dioxinbelastung in geringer Menge konnte noch nicht eindeutig nachgewiesen werden", führte Gradl-Dumler aus. ,,Durch das Seveso-Unglück wissen wir, daß hohe Dioxinkonzentrationen Chlorakne, Schädigungen des Nerven- und Lymphdrüsensystems, Leberschäden und Entwicklungsstörungen während der Schwangerschaff hervorrufen". Tierversuche hätten ergeben, daß die Krebsgefahr durch Dioxine eindeutig erwiesen sei, jeder Organismus aber anders darauf reagiere. ,,Dioxine hat es schon immer in der Umwelt gegeben", schloß die Referentin, ,,nur sind wir heute in der Lage, wenige Gramm-Mengen mit hohem technischen Aufwand zu bestimmen. Oft müssen die Proben gegen die Dioxineinwirkung der Umwelt abgeschirmt werden, um zu einem klaren Ergebnis zu kommen". Dem Vortrag schloß sich eine lebhafte Diskussion an.

Fraktionssprecher Josef Neubauer berichtete kurz über aktuelle Landkreis- und Stadtpolitik. Vorsitzende Maria Böse dankte der Referentin mit einem Blumenstrauß.

 


webmaster@online-infos.de