Jugenderinnerung
des Malermeisters und 2. Vorsitzenden
des HV - Michael Hößl (1904-1978)
über die Grafenwöhrer Vorstadt, ihre Bewohner und deren Hausnamen.
(Zeitraum 1908-1910 niedergeschrieben 1968 - 1970)

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Mit der Errichtung der Eisenbahn zum Militärbahnhof
1908 wurde die hölzerne Stichnbruck abgerissen, durch eine feste Betonbrücke
erbaut, unter dem Bauleiter Buche sowie Bauing. Keul. Das jetzige Gebäude stammt aus dem Jahre 1932/33, da das alte um diese Zeit abbrannte. Noch heute finden wir aber das kleine Kegelbahnhäusl zwischen Eisend und Keck, an dieser Stelle wurde früher eine Kegelbahn unterhalten. Viele Jahre wurde auf diesem Anwesen der Poststall und Pferdefuhrbetrieb geführt. Unser Blick zeigt uns nun die vorbildlich angelegte,
weite Reihenbauweise rechts und links der Neuen Amberger Straße. Diese
Häuserreihen dürften in den Jahren 1840/50 aufgrund der Regierungs
Anweisung von Regensburg entstanden sein. Die Häuser hatten durchwegs
einen gewölbten Keller, im Erdgeschoß größere Stube, eine Kammer,
den großen Hausplatz, im altdeutschen Kamin eine Feuerstelle, die
zugleich Räucherkammer war. Auf dem Dachboden befand sich noch eine Kammer, der
Heuboden und ganz oben der Getreidespeicher. Alle Häuser waren aus
Bruchstein (Sandstein) gemauert und hatten hartes Ziegeldach. So können
wir folgende Bewohner feststellen: Die Reihe wird nun unterbrochen. Wir finden das alte Harrer-Schmiede Haus, das in einen Vorgarten eingefaßte Schreml Anwesen, heute Pappenberger Bäcker, dahinter das langgestreckte Schwarzschuster Anwesen der Familie Meiler. Diese drei Häuser sind beim Vorstadt Brand nicht mit abgebrannt und daher älter. Ebenso das alte „Karladl Anwesen, eine Bierwirtschaft und Metzgerei mit Wirtsgarten und Kegelbahn.Das Haus der Jahn Mauerer, jetzt Lautner an der Pechhoferstraße, ebenso das Dummlerhaus an der Brücke sind jüngeren Datums. Meine Vorstadt Beschreibung um 1910 wird fortgesetzt
nun auf der rechten Seite Hier wird die Reihe auf der rechten Seite ebenfalls
unterbrochen wir finden damals ein sehr altes Holzbalkenhaus mit Schindeldach,
sehr niedrig, das „Lenzl Haus“. Etwas an die Wiedgärten gedrängt steht nun das Gemeinde
Hirtenhaus damals von der kinderreichen Familie Wächter bewohnt, Nr.
118 und das „Wolfladl“ Anwesen, der Zimmerersfamilie Hofmann Wolf.
Nr. 117. In die alte Baulinie gerückt finden wir noch auf der rechten
Seite Hs. Nr. 116 ein kleines Anwesen, genannt „Wasserdick“ jetzt
Familie Paul Hofmann. Dann kommt das Anwesen der Familie Walberer,
Hausname „Zahlmeister“, die Vorfahren waren königliche Beamte, daher
der Hausname. In diesem Hause wurde bereits um 1910 ein Spezereigeschäft betrieben. Hier findet die Häuserreihe ihr Ende, denn der sogenannte Schapfgraben tritt nun in größerer Breite und Tiefe an die Straße heran. Über den Graben, auf einer kleinen Anhöhe, etwa 6-8 Meter finden wir noch zwei kleine Häuser, der Waldwärter Schreml und Hildburger. Die Anhöhe wird Geisenberg genannt. Gegenüber dem Schapfgraben auf der linken Straßenseite befinden sich seiner Zeit noch die Anwesen der Familien Böhm Gustl, Nr. 103 eine Bierwirtschaft, weiter das Anwesen des Konrad Meiler, Nr. 104 Hausname „Rauch Schreiner“, dann kommt mein Elternhaus, das Grüner Anwesen Hs. Nr. 105 und als letztes in der Reihe, das Biersack Haus Nr. 106 welches den Abschluß bildet. Von hier aus mündet das Gelände in eine tiefe Sandgrube, vom Straßenbau herrührend und den Rest des Schapfgrabens, welcher hier in den Flußlauf des Thumbaches mündet. Das alte Gemeinde-Armenhaus am Bachufer, ist heute noch ebenso unzeitgemäß, wie ehemals vorzufinden. Die Neue Amberger Straße ist hier auf einem aufgeschütteten Damm fortgesetzt, welcher den Schapfgraben überquert , davon ist heute nichts mehr zu sehen, da nun auch die seinerzeit gepflanzten Lindenbäume verschwunden sind. Fortsetzung folgt |
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