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Ständige Zunahme von verhaltensauffälligen und gewaltbereiten Kindern.
Seit etwa einem Jahr befasst sich das Lehrerkollegium der Hauptschule
intensiv mit der Einführung von Schulsozialarbeit an der Hauptschule,
sowie für die 3. und 4. Klassen der Grundschule im Sinne möglichst frühzeitiger
Prävention.
Was ist Schulsozialarbeit?
Schulsozialarbeit leistet Beratung und Hilfe für Eltern und Schüler
in enger Zusammenarbeit mit der Schule.
In der Schule würde ein ausgebildeter Sozialpädagoge mit eigenem Büro,
Telefon, Sprechzeiten als Ansprechpartner kostenlos und ohne lange Wege
und Wartezeiten an jedem Schultag anwesend sein.
In Einzelfallberatung, Gruppenarbeit, Freizeit- und Hausaufgabentreff,
Projekten, Arbeitsgemeinschaften betreut Schulsozialarbeit Eltern, Schüler
und Lehrer bezüglich folgender Problembereiche: Lernprobleme, Schwierigkeiten
in der Familie, Schulverweigerung, Aggressivität, Gewalt, Diebstahl,
Drogen, Sachbeschädigung usw..
Warum Schulsozialarbeit in Grafenwöhr?
Bereits seit den 70-er Jahren gilt die Hauptschule Grafenwöhr als eine
der schwierigsten Schulen im Landkreis, was die Konflikt- und Problembelastung
ihrer Schüler -/innen angeht. Dies hat mehrere Ursachen, die sich in
Jahrzehnten entwickelten, sich überlagern und teilweise gegenseitig
verstärken. Dazu zählen die überdurchschnittlich hohe Zahl der Zu- und
Wegzüge in der Bevölkerung pro Jahr (nicht gemeint: Aussiedler!), der
Einfluss des Truppenübungsplatzes, der hohe Anteil nicht höher qualifizierter
Berufe, die deutlich über dem Durchschnitt liegende Zahl von „nicht
vollständigen Elternhäusern“ im ursprünglichen Sinne.
Immer mehr Erziehungsberechtigte fühlen sich nach ihren eigenen Aussagen
überfordert und würden gerne qualifizierte Hilfe annehmen. Die Situation
an der Hauptschule ist gekennzeichnet durch zunehmende Delikte in den
Bereichen Gewalt, Erpressung, Sachbeschädigung, Verdacht auf Drogenmissbrauch,
massive Störungen des Unterrichtsbetriebes.
Die ungestörte Unterrichtung der großen Mehrheit der friedlichen und
lernwilligen Kinder muss im Interesse aller Bürger liegen. Je mehr gut
ausgebildete Jugendliche die Schule verlassen (ca. 40 % aller Kinder
sind Hauptschüler), desto weniger wird die Stadt an vermeidbaren Ausgaben
für sozial Bedürftige, Sachbeschädigungen und andere Folgekosten krimineller
Handlungen aufbringen müssen. Betriebe, die eine Ansiedlung in Betracht
ziehen, geben vorab genaue Standortanalysen bezüglich der genannten
Faktoren in Auftrag. In einer Konzeptbesprechung hinsichtlich der Einführung
von Schulsozialarbeit am 20.11.2000 in der Hauptschule bestand erfreuliches
Einvernehmen über die unabdingbare Notwendigkeit dieses Vorhabens.
Der Vertreter der Regierung der Oberpfalz, die Leitung des Jugendamtes,
als auch die Bürgermeister der Stadt Grafenwöhr, sowie die Vertreter
der im Stadtrat vertretenen Parteien sagten eine zügige und tatkräftige
Abwicklung zu. Experten erwarten eine flächendeckende Einführung von
Schulsozialarbeit in den nächsten 5 Jahren.
Grafenwöhr wäre die erste Schule im Landkreis mit Schulsozialarbeit.
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