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Fortsetzung III. Damit die Gegend von Kemnath und Wunsiedl mit Bayreuth
und den Hauptkursen zwischen Hof, Bayreuth und Nürnberg, dann Eger,
Amberg, Nürnberg und Regensburg für Reisende und Frachtstücke in gute
Verbindung gesetzt werde, ist folgendes verfügt worden:
1) Eine zweispännige Diligence geht am Mittwoch Morgens 6 Uhr in Bayreuth
ab, nach Kemnath, Wunsiedl, und Mitterteich, wo sie Abends gegen 7 Uhr
ankommt, und von wo sie am Donnerstag um 7 ½ Uhr Abends wiederum zurück
nach Bay- reuth fährt, und dort am Freitag Morgens gegen 8 Uhr eintrifft.
2) Am Montag zwischen 6 und 7 Uhr Mor- gens geht eine Jnfluenz von Wunsiedl
nach Gefrees, und von da am nämlichen Tage nach Wunsiedl zwischen 2
bis 3 Uhr Nachmittags zurück.
3) Mittwochs Abend 8 Uhr geht eine Jnflu- enzfahrt zu Wunsiedl ab nach
Hof, und kehrt von da am Donnerstag um 2 Uhr Nachmittags nach Wunsiedl
zurück. Auf erwähnte Diligence und Jnfluenzfahrten haben alle für die
Diligenc-Kurse bestehende Verordnungen ihre Anwendung.
Regensburg, den 22. September 1830
Königliche Regierung des Regenkreises (Kammer des Innern) von Linck,
Präsident
Erklärung: 1 Post sind 2 Meilen (= 14,8289 km)
Der zugeteilte Poststempel war ein Einzeiler in Antiqua-Schrift. Als
Abschläge sind nur solche in schwarzer Farbe bekannt. Briefe aus Speinshart
und Eschenbach wurden überwiegend in Kirchenthumbach aufgegeben. Bis
1847 sind Belege aus Pressath bekannt, die auch in Kemnath und in Kirchenthumbach
aufgegeben wurden.
Nachfolgend einige Verordnungen, die Grafenwöhr betrafen:
Aus dem Verordnungs- und Anzeigenblatt für die Königl. Bayer. Posten
Nr. 20 vom 21.8.1842.
Abänderung und Vermehrung von Postverbindungen betr.
II. zwischen Nürnberg und Eger
III. zwischen Würzburg und Eger
Mit dem Beginn der tägl. Eilwagenfahrten zwischen Nürnberg und Eger,
dann Würzburg und Eger treten ab 1. September l. Js. an in den Nebenverbindungen
folgende Änderungen ein:
Zu II. und III.
c) zwischen Thumbach und Grafenwöhr finden wöchentlich 4 Botengänge
statt, nämlich von Thumbach nach Grafenwöhr am Montag, Mittwoch, Freitag
und Sonntag um 5 Uhr früh, zurück an demselben Tage um 3 Uhr Nachmittags.
d) aufgehoben werden:
3) die Briefpostritte am Sonntag von Bay- reuth nach Amberg und von
Amberg nach Bayreuth über Grafenwöhr und Kemnath.
4) der Botengang von Weiden nach Gra- fenwöhr und zurück am Sonntag.
Verordn. U.Anz.Bl. Nr.17 vom 5.7.1842 S. 104
Nach Umstellung der Straßendistanzen auf das geometrische Längenmaß
wurde die Postentfernung ab 1.7.1842 festgesetzt von Grafenwöhr nach
Freihung 3, Kemnath 5, Kirchenthumbach 4 und Weiden 6 ½ Stunden.
Abbildung der Originalverfügung zur Aufhebung der Freihunger Poststation.
Verordn. U.Anz.Bl. Nr.16 vom 28.6.1845 S. 83
Vermehrung und Abänderung von Postverbindungen
In Folge höchster Ministerial-Entschließung treten vom 1. Juli l.J.
neue Eilwagenfahrten, dann Vermehrungen und Veränderungen bei bereits
bestehenden Postverbindungen, wie nachsteht ein:
D. Tägliche Botenposten
XIX. zwischen Grafenwöhr und Kirchenthumbach
aus Grafenwöhr
tägl. 3 Uhr Nachm. im Sommer
tägl. 1 Uhr Nachm. im Winter
aus Kirchenthumbach
tägl. 5 Uhr Früh im Sommer
tägl. 7 Uhr Morg. im Winter
in Kirchenthumbach
tägl. 6 Uhr Abends im Sommer
tägl. 4 Uhr Abends im Winter
in Grafenwöhr
tägl. 8 Uhr Früh im Sommer
tägl. 10 Uhr Morg. im Winter
Am 15.10.1846 wurde der Abschnitt „Lichtenfels-Neuenmarkt“ (bei Kulmbach)
der Eisenbahnlinie von Nürnberg nach Hof eröffnet und es sollte eine
Eilwagenverbindung von Kulmbach über Bayreuth nach Eger errichtet werden.
Die Verhandlungen zogen sich hin, denn es sollte die kürzeste Verbindung
über Kemnath, Erbendorf, Tirschenreuth nach Eger hergestellt werden.
Nachdem sich aber die Straße von Kemnath nach Erbendorf und von Falkenberg
nach Tirschenreuth in einen sehr schlechten Zustand befand, nahm man
lieber einen Umweg in Kauf. Noch dazu konnte die Stadt Weiden mit einbezogen
werden.
Ab 1.10.1847 wurde diese Postkutschenlinie zwischen Bayreuth und Weiden
installiert und es wurde gleichzeitig eine kgl. bayer. Postexpedition
mit Poststall in Pressath eröffnet. Dies brachte sofort einschneidende
Maß-nahmen für die Grafenwöhrer Post mit sich.
Zuerst wurde der Poststall - und 3 Jahre später die Postexpedition in
Grafenwöhr aufgehoben.
Dazu wurde folgendes im November und Dezember 1847 veröffentlicht:
Verordn. U.Anz.Bl. Nr.34 vom 8.11.1847 S. 198
Cours Notizen
Unter Aufhebung der bisherigen Botengänge zwischen Grafenwöhr und Kirchenthumbach
bestehen seit dem 1. November tägl. Botengänge zwischen Grafenwöhr und
Pressath, und zwar um 5 Uhr Abends aus Grafenwöhr, um 6 Uhr Früh aus
Pressath, welche am letzteren Orte mit dem Kulmbach-Weidener Eilwagen
im genauen Zusammenhange stehen.
Verordn. U.Anz.Bl. Nr.37 vom 3.12.1847 S. 209
Die Aufhebung des Poststalles zu Grafenwöhr betr.
Mit höchster Ministerial-Genehmigung wurde der Poststalldienst zu Grafenwöhr
unter Beibehaltung der dortigen Briefpostexpedition aufgehoben, was
hiedurch zur Wissenschaft und Abänderung der Postkarte bekannt gemacht
wird.
München, den 30. November 1847.
Zum 31.12.1849 wurde dann die Postexpedition in Grafenwöhr aufgehoben:
Am 1. November 1849 brachte Bayern als erstes Land in Deutschland Briefmarken
heraus, die folglich nur 2 Monate in Grafenwöhr verwendet werden konnten!!
Diese sind größte Seltenheiten. Mir sind bisher noch keine Marken bzw.
frankierte Briefe bekannt, die mit dem Grafenwöhrer Stempel entwertet
wurden.
Verordn. U.Anz.Bl. Nr.5 vom 9.2.1850 S. 18
Die Aufhebung der Postexpedition zu Grafenwöhr betr.
In Folge der Aufhebung der Postexpedition zu Grafenwöhr werden die dieser
Expedition vordem zur Bestellung zugeteilten Orte Bruckendorf, Gmünd,
Gössenreuth, Grafenwöhr, Netzaberg, Römersbühl und Wolfslegel, sämtliche
im Landgericht Eschenbach gelegen, in den Bestellbezirk von Pressath
überwiesen.
München, den 30. Januar 1850.
Am 1. Juli 1851 wurde in Eschenbach eine königlich bayerische Postexpedition
mit Poststall eröffnet, die vom Bestellbezirk Pressath die Orte Burkhardsreuth,
Gössenreuth, Netzaberg, Netzart im Thal, Pichlberg, Preißach, Römersbühl
und Wolslegel zugeteilt bekam. Grafenwöhr und Gmünd verblieben beim
Bestellbezirk der Postexpedition von Pressath.
Knapp ein Jahr später wurde dies verändert:
VO u. Anz. Bl. Nr.32 vom 4.5.1852 S. 163
Zuteilung der Stadt Grafenwöhr z. Bestellbez. der Expedition Eschenbach
betr.
Auf Ansuchen der Stadtgemeinde-Verwaltung zu Grafenwöhr, k. Landger.
Eschenbach, ist diese zur Zeit dem Bestellbezirke der Exped. In Pressath
einverleibte Stadt nebst der Gemeinde Gmünd der Postexpedition zu Eschenbach
zur Bestellung überwiesen worden.
Sämtliche Postanstalten erhalten hievon unter dem Auftrage kenntn.
Bei der Leitung und Taxierung der Postsendungen nach Grafenwöhr und
Gmünd sich hienach zu achten und in dem geogr. Postlexikon S. 172 Nr.
701 und Seite 156 Nr. 239 die entsprechenden Abänderungen vorzunehmen.
München, den 29. April 1852.
Abbildung eines Briefes vom Forstamt Kulmain an das „Forstrevier Gmünd
in Grafenwöhr“ vom 17.11.1853, mit Aufgabestempel Kemnath, der über
Pressath nach Eschenbach lief und von dort zugestellt wurde.
Mit Schließung am 31.12.1849 dauerte es fast 11 Jahre und zwar bis
zum 1. November 1860, bis wieder eine kgl. bay. Postexpedition mit Poststall
in Grafenwöhr eröffnet wurde.
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