Klassentreffen
der Jahrgänge 1934/35
Eindrücke und Überlegungen eines Teilnehmers

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Bisweilen kann man Stimmen hören, die mit einem gewissen Bedauern feststellen: „Bei uns geht in Punkto Klassentreffen nichts zusammen, weil niemand da ist, der die Dinge in die Hand nimmt“. Diese Sorgen haben die Jahrgänge 1934/35 in Grafenwöhr nicht, weil sie in ihren Reihen seit langem ein eingespieltes, schlagkräftiges Team besitzen, das alle 5 Jahre mit immer neuem Elan das Klassentreffen organisiert und durchführt. Erfreulich viele folgten der Einladung, was auch darin begründet sein dürfte, daß der überwiegende Teil inzwischen seine wohlverdiente Rente oder Pension „verschmaust“ und freier über seine Zeit verfügen kann. Der äußere Ablauf dieses zweitägigen Zusammenseins ist inzwischen erprobt und hat sich bewährt. Treffpunkt war natürlich wieder das Hotel zur Post, weil wir unserem Klassenkameraden Helmut (Dostler) lange Wege ersparen wollten !!! Die Kontakte untereinander waren schnell wieder hergestellt und aufgefrischt, und ab ging es zum Empfang durch den Bürgermeister im Rathaus. Herr Wächter gab einen Einblick in die Entwicklung der Stadt in den letzten fünf Jahren, der gerade für uns Auswärtige, die die Dinge vor Ort nicht verfolgen konnten, sehr informativ war. Mancher bekam große Augen, was in diesem Zeitraum an Projekten realisiert wurde. Auch die Perspektiven für die Zukunft können sich sehen lassen. Dank für diese Ausführung und die Bewirtung! Und während das Stadtoberhaupt zu einem neuen Termin eilte, brachen wir zum Friedhof auf, um unserer verstorbenen MitschülerInnen zu gedenken, inzwischen dreizehn an der Zahl, die im Abendgottesdienst namentlich genannt wurden. Nach dem Kaffeetrinken folgte der obligatorische Fototermin vor dem Rathaus, und dann fanden wir uns um 18 Uhr in der alten Pfarrkirche ein, die uns allen aus unserer Kindheit und Schulzeit lieb und wert ist. Pfarrer Bayer wies in seiner Ansprache auf die Wichtigkeit und Bedeutsamkeit von Heimat und Religion als prägende Kräfte für den Menschen hin. Wir haben ihn verstanden. Das engagierte Mitfeiern des Gottesdienstes zeigte, daß wir unsere religiösen Wurzeln nicht verleugnen wollen und können. Dankenswerterweise nahm uns das Singen weitgehend der Männergesangsverein ab; der kann´s auch besser. Auf der „Post“ erfolgte dann die offizielle Begrüßung durch den Franz (Seidl), der souverän durch die zwei Tage moderierte und auch dafür sorgte, daß der Zeitplan mit den einzelnen Programmpunkten eingehalten wurde, denn nur zu gern hätten seine Schäfchen ohne Unterbrechung ihre Unterhaltung fortgesetzt; es gab ja so viel zu erzählen.. Gemeinsames Abendessen – der Küche ein Lob! – und Erfahrungs- und Meinungsaustausch bis nach Mitternacht rundeten den Tag ab. Auf das Tanzvergnügen haben die Organisatoren angesichts unserer grauen Schläfen und lichten Haare bewußt verzichtet. Und wenn sich auch Vereinzelte dadurch ein wenig unterfordert fühlten, den meisten war es recht, und denen schließe ich mich an; es kann so bleiben. Unsere Juliane (Schiffmann) ließ es sich auch diesmal nicht nehmen, am Sonntag zu sich in den Garten einzuladen. Das aufgestellte Zelt war eher eine Vorsichtsmaßnahme, denn das schöne Wetter zog die meisten ins Freie. Frühschoppen mit Weißwürsten, Grillen am Mittag und anschließend Kaffee und Kuchen erforderten nochmal unsere ganze „Aufnahmefähigkeit“. An dieser Stelle ein dickes Kompliment an unsere Damen, die eine Unmenge von leckeren Kuchen und Torten anschleppten, deren wir fast in zwei Tagen nicht Herr wurden. Auch diese Aktion ist ein Zeichen für den Zusammenhalt und das Zusammenstehen unserer Jahrgänge. Habt vielen Dank! Beeindruckend war auch die Tatsache, daß die Juliane ihre ganzen Familienmitglieder zur Mitarbeit bewegen konnte. Sie opferten für uns den schönen Sonntag, an dem man weiß Gott Angenehmeres hätte unternehmen können, und umsorgten und verwöhnten uns mit großer Aufmerksamkeit. Das sei ausdrücklich und dankbar vermerkt. Alle, die zum Gelingen des Festes in irgendeiner Form beigetragen haben, sollen wissen, daß wir ihr Engagement zu schätzen wissen und dafür dankbar sind. Angesichts des Gebotenen wurden auch Überlegungen angestellt, wie lange man den Verantwortlichen ein Klassentreffen in dieser Größenordnung und mit diesem persönlichen Einsatz noch zumuten kann. Ich für meinen Teil – und ich habe gemerkt, ich stehe da nicht allein – wäre mit einem bescheideneren Rahmen, der vor allem die bisher Verantwortlichen arbeitsmäßig entlastet und ihnen die Möglichkeit zum Mitfeiern gibt, durchaus zufrieden. Sie haben sich einen Feier-Tag nach so viel Arbeits-Tagen verdient. Aber, liebe Freunde, laßt das Klassentreffen als solches nicht sterben!
Je älter man wird, umso mehr schätzt man diese menschlichen Beziehungen
und Bindungen, die über Jahre gemeinsamen Erlebens gewachsen sind. Sie
gehören wie selbstverständlich zur Biographie eines Menschen und machen
unser Leben erst wertvoll. Ich freue mich, einem Jahrgang anzugehören,
der um diese Zusammenhänge weiß. |
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