Mit Gebrauchten Arbeitsplätze schaffen
Diakonisches Werk eröffnet Werkhof in Grafenwöhr


Anfang März fand in der Pressather Str. 9 die offizielle Einweihung des Werkhofes Grafenwöhr statt. Unter reger Anteilnahme der Kreis- und Stadtratsfraktionen sprachen Pfarrer Wolfgang Neubauer und der Dekan der evangelischen Kirche in der Region, Pfarrer Rudolf Zeller, den Beschäftigten ihren Segen aus. Der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes, Herr Josef Gebhardt, betonte, daß durch solche Beschäftigungsprojekte sicher nicht alle weggebrochenen Arbeitsplätze ersetzt werden können. „Aber nicht Lethargie ist gefragt, sondern soziale Verantwortung.“

Bürgermeister Helmut Wächter stellte die Anstrengungen der Stadt Grafenwöhr heraus, neue Arbeitsplätze in die Region zu bringen. Hier leistet nun auch das Diakonische Werk einen Beitrag, der sogar über die reine Beschäftigungswirkung hinaus geht. Als Vertretung des Landrates wünschte sich CSU-Fraktionsvorsitzender Josef Geier weiterhin eine solch fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Kirche und Landkreis und bot gleichzeitig Unterstützung für die Zukunft an. Dem schloß sich Margit Kirzinger für die SPD-Kreistagsfraktion in ihrem Grußwort an. Sie wünschte sich mehr solche Projekte, in der Region, da damit die schlimmsten finanziellen und seelischen Auswirkungen langanhaltender Arbeitslosigkeit gemildert werden könnten.

Der Projektleiter aus dem ArbeitsFör-derungsZentrum in Weiden, Markus Friedrich, bedankte sich bei den Rednern und allen an der Verwirklichung dieses Projektes beteiligten. „Nur durch die beispielhafte Zusammenarbeit mit Arbeits- und Landratsamt, örtlichen Politikern und der Stadtverwaltung sind solche Maßnahmen überhaupt durchführbar“ erklärte Friedrich um sofort zu ergänzen: „Am wichtigsten ist aber, das die breite Bevölkerung hinter so einem Projekt steht. „ Nur durch Sachspenden in Form von guterhaltenen Möbeln, als auch durch direkte finanzielle Zuwendungen wie über die Spendenaktion „1+1 - mit Arbeitslosen teilen“ ist das Überleben des Werkhofes langfristig gesichert. Pfarrer Klaus Meyer vom Landesverband der Diakonie ist sich dieser Unterstützung sicher: „Bayernweit trägt das Diakonische Werk 25 ähnliche Einrichtungen mit über 900 Beschäftigten z.T. schon seit mehreren Jahren.“ Daher ist er der festen Überzeugung, daß dieses Konzept auch in Grafenwöhr langfristig bestand haben kann.

Dazu beitragen soll die Sozialpädagogin Annette Stengel vom ArbeitsFörderungsZentrum, die für den Werkhof die sozialpädagogische Begleitung übernommen hat. Zu ihrern Aufgabenbereichen gehört, gemeinsam mit den Maßnahmeteilnehmern eine realistische mitteIfristige Berufswegplanung zu entwerfen. Dies gestaltet sich bei den heutigen Arbeitsmarktverhältnissen und der Zusammensetzung des Projektteames zunehmend schwierig. Sie gibt sich optimistisch: „Wenn es gelingt für zwei oder drei Personen den Weg aus der Arbeitslosigkeit in Beschäftigung, Umschulung oder Rente aufzuzeigen hat sich der Aufwand gelohnt.“

Unter musikalischer Begleitung des Posaunenchors Kaltenbrunn, konnten sich die Anwesenden schließlich in den 600 qm Ausstellungs- und Werkräumen einen ersten Eindruck des Angebotes und der Arbeitsweise des Werkhofes verschaffen. Wie Markus Friedrich erläuterte, holen die Werkhof-Beschäfigten nach telefonischer Terminvereinbarung die Möbelspenden kostenlos im westlichen Landkreis ab, reinigen sie, machen kleinere Reparaturen daran und geben diese dann kostengünstig an Interessenten ab. Dies sind neben Sozialhilfeempfängern oder Aussiedlern zunehmend auch junge Menschen die erstmals einen eigenen Hausstand gründen oder sonstige Personen die genau kalkulieren müssen.

Die Öffnungszeiten des neuen Werkkofes, der erstmals auch gebrauchte Kleidung anbieten kann, sind Montag bis Freitag von 10 - 12 Uhr und 14 - 16 Uhr, sowie am ersten Samstag im Monat von 9 - 12 Uhr. Informationen erhält man unter der Telefonnummer 09641/923397.



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