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Thema Ostbayern - Die Oberpfalz und die Osterweiterung der
Europäischen Union

Antworten auf häufig gestellte Fragen

4. Fragen der Landwirte

F: Sind deutsche Landwirte unter allen Umständen gemäß der Übergangsfrist sieben Jahre lang vom Erwerb landwirtschaftlicher Flächen oder Wälder ausgeschlossen?

A: NEIN, die Einschränkung derartige Flächen in Tschechien sieben Jahre lang als Ausländer nicht erwerben zu können, gilt nicht für selbständige Landwirte, die sich in der tschechischen Republik niederlassen und dort einen Wohnsitz anmelden.

F: Darf ein deutscher Landwirt Gülle oder andere Düngemittel im Nachbarland Tschechien ausbringen?

A: JA, die Ausbringung von Gülle und Düngemittel von deutschen Landwirten in der Tschechischen Republik richtet sich nach dem geltenden EU-Recht, das die Tschechische Republik schon umgesetzt hat. Grundsätzlich dürfen diese Güter im Zuge der Freiheit des Warenverkehrs über die Grenze verbracht werden, jedoch müssen die genauen Bestimmungen der EU- für Düngemittel erfüllt sein.

F: Bekommen die Bauern in Tschechien sofort die gleichen Unterstützungen wie bei uns?

A: NEIN, die Direktzahlungen werden über einen Zeitraum von zehn Jahren schrittweise eingeführt. Sie beginnen 2004 bei 25% des EU-Niveaus, bis sie 2013 100% erreicht haben. Die Beitrittsländer sind mit fairen Quoten für Acker- und Tierprodukte am Gemeinsamen Agrarmarkt beteiligt. Überschussproduktionen sind nicht zu befürchten. Die Beitrittsländer erhalten Mittel für ländliche Entwicklung, die pro Kopf etwa 50% über den für die derzeitigen Mitgliedsstaaten vorgesehenen Mitteln liegen.

5. Allgemeine Fragen

F: Wird in Tschechien mit dem Beitritt zur EU automatisch der Euro als Währung eingeführt?

A: NEIN, für die Einführung des EURO in den Beitrittsländern ist es erforderlich, dass sie die Maastrich-Kriterien erfüllen und damit auch mindestens zwei Jahre lang am Wechselkursmechanismus teilgenommen haben. Die Einführung des Euro in den Beitrittsländern ist somit Endpunkt eines mehrstufigen Prozesses und wird auch für die am weitesten fortgeschrittenen Länder nur mittelfristig zu erreichen sein.

F: Kommen nach dem Beitritt Kriminelle ungehindert über die Grenze?

A: NEIN, zunächst werden weitere Personenkontrollen an der Grenze stattfinden. Dazu wird es Ausgleichsmaßnahmen geben. Und schließlich: die Tschechen haben bei der Ausländerkriminalität in Bayern einen geringeren Anteil als die Österreicher.

F: Wird es ein starkes Gefälle beim Umweltschutz geben?

A: NEIN, mit wenigen befristeten Ausnahmen müssen die Tschechen das Europäische Umweltrecht einhalten.

F: Werden wir in Zukunft an der Grenze zu einem Höchstfördergebiet leben und werden deshalb Betriebe abwandern?

A: JA und NEIN, die Fördersätze in Tschechien werden höher sein, aber für Betriebsverlagerungen gibt Brüssel kein Geld.

F: Ist Deutschland der „Zahlmeister“ für die Erweiterung der Union?

A: NEIN, die Nettozahler-Diskussion taucht immer wieder auf und auch im Vorfeld der Erweiterung ist dies der Fall. Zum Vergleich der Dimensionen kann herangezogen werden, dass im Jahr 1999, aus dem die letzten offiziellen Angaben zu Nettotransferzahlungen stammen, rund 70 Mrd EUR von West- nach Ostdeutschland geflossen sind. Schätzungen für das Haushaltsjahr 2003 liegen sogar über diesem Wert. Demgegenüber beträgt der Beitrag Deutschlands zur Osterweiterung von 2004 bis 2006 jährlich gerade einmal 1,84 Mrd EUR, dabei ist aber der EU-Haushalt gedeckt und es werden durch die Union keine Sozialsysteme finanziert.

Wenn Sie noch Fragen haben, dann rufen Sie mich bitte an!


09641/ 24 88 oder 92 62 92, 0175/ 3 85 22 93

johannes-ploessner@t-online.de

Ich rufe Sie gerne zurück

Johannes Plößner
1. Vorsitzender SPD OV Grafenwöhr