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und, coole Klamotten sind in. Da fallen wir durch jedes
Raster. Da bleibt kein Platz mehr für Menschen, die so ganz
anders sind, als andere. Die Gesellschaft ist heutzutage so. Gabi
Schlagner klingt enttäuscht, als sie das sagt. Aber sie hat
schon viele deprimierende Situationen mit ihrem behinderten Sohn
Dominik erfahren müssen.
Dominik Schlagner war eine Frühgeburt, was zur Folge hatte,
dass er blind und geistig behindert ist. Die Situation war leichter,
als Dominik noch ein Kleinkind war. Aber auch schon in der Mutter-Kind-Gruppe,
wo er als Einziger nichts sehen konnte, war diese Gruppe nicht
ideal für ihn. Die anderen konnten nicht mit der Situation
umgehen beziehungsweise waren nicht sensibel genug. Dominiks Mutter
wünscht sich einfach mehr Verständnis für ihren
Sohn und für die anderen Behinderten. Sie sollen nicht
ausgegrenzt werden! - Als Dominik klein war, kamen die Kinder
noch und feierten seinen Geburtstag mit, erinnert sich Gabi Schlagner.
Aber das ist lange her. Jetzt kommt nur noch ein Mädchen
aus der Nachbarschaft und spielt mit ihm. Dabei wäre gerade
das die größte Freude für ihn. Er hat dieselben
Hobbys, wie die anderen Buben in seinem Alter: Musik hören,
Schwimmen und Reiten. Der jetzt Dreizehnjährige besucht seit
seinem sechsten Lebensjahr eine Spezialschule für Blinde
und Mehrfachbehinderte in Rückersdorf (bei Lauf). Dort gefällt
ihm der Umgang mit den anderen Kindern. Wenn er am Wochenende
heimkommt, ist er jedoch allein mit seinen Eltern. 2003 wurde
zum Europäischen Jahr der Behinderten ernannt. Aber
was bringt uns das? fragt sich Gabi Schlagner. Sie möchte,
dass die Menschen aufgerüttelt werden. Es wäre schön,
wenn vielen bewusst wäre, dass es auch Behinderte gibt. Die
Spendenbereitschaft für die Mutter-Kind-Gruppen, Bücherei
oder die Kindergärten ist bestimmt eine gute Sache. Aber
es gibt eben auch Menschen, denen es nicht so gut geht, wie anderen.
Vielleicht könnte auch einmal an sie gedacht und die Behindertenarbeit
unterstützt werden?!
Dominiks Mutter ist sich sicher, dass es vielen Familien, die
ein behindertes Kind haben (egal welchen Alters) ähnlich
geht. Deshalb möchte sie einen Gesprächskreis
- Eltern mit behinderten Kindern ins Leben rufen. Der VdK-Ortsverein,
Grafenwöhr möchte diesem Gesprächskreis unter-stützend
zur Seite stehen. Dominik ist dort das jüngste Mitglied.
Vielleicht können ausser einem Erfahrungsaustausch noch einige
Ideen zur Unterstützung von Behinderten eingebracht werden.
Wer Interesse an einer solchen Gruppe hat - gerne auch Nicht-Behinderte,
kann sich an Gabi Schlagner, Telefon 09641/3952, oder Irmgard
Moeller vom VdK-Ortsverein Grafenwöhr unter der Telefonnummer
09641/2000 wenden.
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