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Umgestaltung der Kindertagestätte St. Theresia


Legende:
1: Grundstücksgrenzen, 2: Maschendrahtzaun, 3: Baum vorhanden, 4: Baum geplant, 5: Wildsträucher vorhanden, 6: Wildsträucher geplant, 7: Hecke geschnitten, 8: Intensivpflanzung (Stauden, Gräser, Kräuter), 9: Rasen, 10: Sand, 11: wassergeb. Decke/ Schotterrasen, 12: Traufstreifen, 13: Klinkerpflaster,
14: Granit Großstein mit Split-Fuge, 15: Pflaster mit Rasenfuge, 16: Granit-Polygonalplatten, 17: Granitmosaik auf Beton, 18: Granit-Einzeiler,
19: Rindenmulch, 20: Granit Trockenmauer/-Sitzblöcke, 21: Granitfindlinge,
22: Entwässerungseinrichtung, 23: Sinkkasten, 24: Linienentwässerung


Die Soziale Stadt
Bezuschussung der Außenanlage des Kath. Kindergartens „St. Theresia“

Die Aufgaben der anerkannten Kindergärten sind im Art. 7 des Bayer. Kindergar-tengesetzes wie folgt festgeschrieben:

- der Kindergarten unterstützt und ergänzt die familiäre Erziehung, um den Kin-dern nach Maßgabe wissenschaftlicher Forschungsergebnisse beste Entwicklungs- und Bildungschancen zu vermitteln;

- bietet kindgemäße Bildungsmöglichkeiten an;
- gewährt allgemeine und individuelle erzie- herische Hilfen;
- fördert die Persönlichkeitsentfaltung sowie soziale Verhaltensweisen;
- versucht Entwicklungsmängel auszuglei- chen und
- berät Eltern in Erziehungsfragen.

Um diesen Auftrag erfüllen zu können wird im Kindergarten pädagogisches Fach-personal beschäftigt. Außerdem stehen ausreichend große und ausgestattete Räumlichkeiten zur Verfügung, wozu auch die Außenanlagen zählen. Diese Au-ßenanlagen sollen den Bedürfnissen der Kinder entsprechend gestaltet sein.

Der Träger des katholischen Kindergartens „St. Theresia“ in Grafenwöhr, die Kath. Kirchenstiftung Grafenwöhr beabsichtigt, die Außenanlage neu zu gestalten.

Nachdem die im Rahmen des städtebaulichen Projekts „Soziale Stadt“ durchge-führten Untersuchungen des Instituts ISPLAN zeigen, dass die soziale, kulturelle sowie bildungs- und freizeitbezogene Infrastruktur für Kinder und Jugendliche in Grafenwöhr unzureichend ist, erklärte sich der Träger des Kindergartens bereit, die Außenspielfläche so zu gestalten, dass auch andere Bedarfslagen - als die alleine des Kindergartens - gedeckt werden können.

Voraussetzung für den Träger ist, dass die dadurch entstehenden Kosten nicht ihm allein zur Last fallen.

Um feststellen zu können, welche infrastrukturelle Maßnahmen notwendig sind und ob bzw. wie diese im Rahmen der Gestaltung der Außenfläche des Kindergartens erfüllt werden können, fand bei der Stadt Grafenwöhr eine Besprechung statt, an der Vertreter folgender Einrichtungen und Institutionen teilgenommen haben:

· Katholische Kindertagesstätte „St. There- sia“,
· Evangelischer Kindergarten „Kunderbunt“,
· Grundschule,
· Hauptschule,
· Eltern-Kind-Gruppe,
· AGENDA - Arbeitsgruppe,
· St. - Michaelswerk e.V.,
· Bücherei,
· Mittagsbetreuung und
· Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration gemeinnützige GmbH (gfi)

Die Wirkungsstätten der Teilnehmer befinden sich im Gebiet der „Sozialen Stadt“ bzw. sie verrichten einen Hauptteil ihrer Arbeit in diesem Bereich.

Ergebnis dieser Beratung war, dass

1. von allen Teilnehmern festgestellt wurde, dass die Neugestaltung der Außenflä-che des Kindergartens geeignet ist, die soziale, kulturelle sowie bildungs- und freizeitbezogene Infrastruktur für Kinder und Jugendliche in Grafenwöhr und insbesondere im Gebiet der „Sozialen Stadt“ zu verbessern,

2. von allen Teilnehmern der Bedarf für eine gemeinschaftliche Nutzung einer neu gestalteten Außenfläche des Kindergartens erklärt wurde. Dadurch entsteht die Möglichkeit, auf verschiedenen Ebenen und mit unterschiedlichen pädagogi-schen Ansätzen, Kinder- und Jugendarbeit außerhalb der schulischen Bildung zu leisten und die Kinder und Jugendlichen in ihrer Entwicklung zu eigenständi-gen und eigenverantwortlichen Persönlichkeiten zu fördern,

3. durch die geplante Maßnahme und die zugesagte Beteiligung der verschiedensten sozialen Einrichtungen und Dienste ein Netzwerk entsteht, das aufgrund gemeinschaftlichen Wirkens Leistungen bieten kann, die sonst in Grafenwöhr, insbesondere im Bereich der „Sozialen Stadt“ nicht entwickelt werden könnten.

Das mögliche Leistungsspektrum umfasst zwei Bereiche und zwar eine ständige Nutzung, geregelt nach einer gemeinsam erarbeiteten Benutzungsordnung, sowie eine darüber hinausgehende besondere Nutzung im Rahmen der Kinder- und Jugendarbeit zu besonderen Anlässen.

Durch alle im Netzwerk tätigen Organisationen soll die gesamte Außenspielfläche mit all ihren Angeboten dauernd genutzt werden.

Sondernutzungen erfolgen im Rahmen von Projekttagen und ähnlichen Maßnah-men, die in einem direkten Bezug zu den Zielen der „Sozialen Stadt“ stehen.

Das sind z.B.
- (Bau)Kunst mit und für Kinder,
- Kunst und Sinne im Garten,
- Ferienprogramm z.B.; mit Bund Natur schutz, Polizei und Feuerwehr,
- Umweltprojekttage,
- Anti - Gewaltprojekte,...

Die Gestaltung und Durchführung der Angebote und Maßnahmen obliegt den im Netzwerk vertretenen Vereinen, Verbänden und Einrichtungen. Die Angebote ori-entieren sich an den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen und werden von diesen mitgestaltet und mitgetragen.

Um die Belastung der oft ehrenamtlich in diesen Gruppierungen tätigen Verant-wortlichen in einem vertretbaren Rahmen zu halten, ist daran gedacht, personelle Unterstützung im Rahmen des Arbeitsförderungsprojekts für Jugendliche „Freiwilli-ges soziales Trainingsjahr“ zu organisieren.

In der weiteren Entwicklung ist darüber hinaus eine Zusammenarbeit mit den Bür-gern des Quartiers, insbesondere mit Senioren geplant.

Im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ erfüllt die Umgestaltung der Außenan-lage des Kindergartens „St. Theresia“ mehrere Ziele.

Es erfolgt nicht nur eine nachhaltige Verbesserung der durch die Kinder genutzten Spielfläche sondern es werden viele Anstöße gegeben, sich im Rahmen einer komplexeren und vernetzten Kinder- und Jugendarbeit im Bereich der „Sozialen Stadt“ zu engagieren.

Aufgrund dieser Vorgaben hat Frau Kirschner vom Planungsbüro „landimpuls GmbH“ in Regenstauf die Ausschreibung erstellt.

Es handelt sich um Garten- und Landschaftsbauarbeiten, u.a. mit Einzelterrassen bis zu 50 qm aus Klinker, Heckenlabyrinth, Amphitheater und Beete aus Steinblö-cken und einem kleinteiligen Wassermatschbereich (ca. 100 qm, Hügel mit 1,50 m Höhe) aus Wasserrinnen mit Granit-Mosaik und Granit-Kleinstein; Findlinge, Sträu-cher und Tunnel im angrenzenden Böschungsbereich (100 qm).

Die vorbereitenden Abbrucharbeiten werden hauptsächlich in Eigenleistung er-bracht, ebenso ein Fußfühlpfad und weitere kleinere Maßnahmen.

Es fallen u.a. an:
ca. 800 m3 Erdarbeiten,
ca. 650 m3 Oberbodenarbeiten,
ca. 2.000 m2 Bodenverbesserung,
ca. 400 m3 Frostschutz,
ca. 300 m2 Klinkerbelag,
ca. 100 m2 Natursteinbelag,
ca. 700 m2 wassergebundene Decke,
ca. 300 m Randeinfassungen, Granit,
ca. 200 m Sitzstufen, Trockenmauern aus Steinblöcken, 1 Stahltor,
ca. 150 m3 Spielsand,
ca. 100 m2 Wassermatschbereich mit Granit-Mosaik, Kleinstein und Findlin-gen, Wasserwehre, Wasserrad, Rutsche, Sonnenschirme, Son-nensegel, Baumhaus, Schaukeln,
ca. 22 Stück Bäume Hochstamm,
ca. 50 Stück Solitärsträucher,
ca. 140 m2 geschnittene Hecke,
ca. 310 m2 Wildsträucher,
ca. 50 m2 Stauden,
ca. 1.800 m2 Rasenfläche und
ca. 3 Stück Sickerschächte.

Nachdem die Unterlagen Herrn Ketterl von der Regierung der Oberpfalz zur Durchsicht überreicht wurden und am 9. April 2003 eine nochmalige Besprechung in Regensburg stattfand, hat uns Herr Ketterl bestätigt, dass er dieses „Modellpro-jekt Grafenwöhr“ aus dem Programm „Soziale Stadt“ mit 60 % fördern wird.

Der Stadtrat von Grafenwöhr hat sich in seiner Sitzung am 16.04.2003 über die Bezuschussung erfreut gezeigt und der Umgestaltung zugestimmt.
Es fallen Brutto-Kosten in Höhe von 243.580,21 €
+ Eigenleistungen 500 Stunden 4.400,00 €
+ Honorar __33.720,00 €
= Gesamt 276.400,21 €
./. abzüglich Wasserpumpe ___6.300,00 €
= Gesamtkosten 275.400,21 €
Hieraus 1/3 Kirche 91.800,00€
Hieraus 2/3 Stadt 183.600,00 €

Zuwendungsfähig sind = 266.038,23 €,
daraus 2/3 Stadtanteil = 177.358,83 €,
daraus 60 % Zuschuss = 106.440,00 €
.
Um die stiftungsaufsichtliche Genehmigung der Diözese zu erhalten, benötigt die Kirchenverwaltung umgehend einen Beschluss, aus dem hervorgeht, dass die Stadt Grafenwöhr zwei Drittel der tatsächlichen Gesamtkosten und 80 % des jährlichen Betriebskostendefizits auf die Dauer des Betriebs der Kindertagesstätte „St. Theresia“ mindestens jedoch für 30 Jahre ab Fertigstellung der neuen Maßnahme trägt.

Diesen Vorgaben hat der Stadtrat zugestimmt.

Nachdem die finanzielle Seite durch die Stadt geklärt ist, kann jetzt mit der Um-setzung des „Modellprojektes Grafenwöhr“ begonnen werden.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmals bei allen bedanken, die mitgeholfen haben, dass dieses Projekt verwirklicht werden kann, allen voran die bereits ge-nannten Gruppen und im besonderen Frau Sonja Siebenhüner von der KEWOG in Tirschenreuth für ihre hervorragende Ausarbeitung des Konzeptes und Unterstüt-zung bei der Regierung der Oberpfalz.

Mit diesem Modellvorhaben ist uns allen der Einstieg in die „Soziale Stadt“ gelun-gen. Ich hoffe, dass noch weitere Maßnahmen folgen werden.

Ihr
Helmuth Wächter
1. Bürgermeister