Eine
zukunftsweisende Entscheidung traf der Verwaltungsrat der Stadtwerke
in seiner letzten Sitzung. Er stimmte dem Betriebsführungsvertrag
zwischen den Stadtwerken und der Wasserwirtschafts- und Betriebsgesellschaft
Grafenwöhr GmbH (WBG) zu und beauftragte diese, ab dem
1. Mai 2003 mit der Betriebsführung für die Aufgabenfelder
Kanalnetz und Wasserversorgung. Grund
hierfür waren die überaus positiven Erfahrungen, welche
die Stadtwerke seit Juni 2000 auf der Kläranlage Grafenwöhr
sammeln konnten, denn hier war die WBG von Anfang an mit Bau
und Betrieb der Anlage betraut.
Hier wurden erhebliche Einsparungen durch zahlreiche Verbesserungen
erreicht, die in der Summe dazu führten, dass - trotz Millioneninvestitionen
- vom Bürger keine Ergänzungsbei-träge eingehoben
und die Kläranlagengebühr nicht angehoben zu werden
brauchte.
An der WBG halten die Stadtwerke 51% und die Südwasser
(eine 100% Tochter der E.ON Bayern) 49% der Gesellschaftsanteile.
Diese Zusammenarbeit, so Bürgermeister Helmuth
Wächter, hat sich bezüglich Investitionen und
Betriebsführung im Abwasserbereich bestens bewährt.
Bei der Vertragsunterzeichnung im Grafenwöhrer Rathaus
machte Bürgermeister Wächter in seiner Eigenschaft
als Vorsitzender des Verwaltungsrats der Stadtwerke deutlich,
dass die Stadt Wort gehalten habe und den Bürgern - trotz
enormer Investitionen im Trink- und Abwasserbereich - moderate
und faire Gebühren biete. Die Grafenwöhrer Bürger
müssten nicht - wie andernorts üblich - für die
Erweiterung und Sanierung der Kläranlage, die von WBG durchgeführt
wurde, Ergänzungsbeiträge zahlen. Bei der Ertüchtigung
und dem Aus-bau der Kläranlage konnten mit dem Partner
E.ON Bayern die zunächst geplanten Investiti-onskosten
reduziert werden, weil Synergie- und Kostensenkungspotentiale
ausgeschöpft wurden. Insgesamt, so Vorstand Helmut Amschler,
wurden rund vier Millionen EURO in modernste Abwasser-Reinigungsanlagen
investiert. Durch die Einschaltung der WBG sei der Stadthaushalt
nicht belastet worden.
Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Kläranlage wurde auch
ein modernes Block-Heizkraftwerk errichtet, das umweltfreundlich
Wärme und Strom aus dem beim Schlammfaulungsprozess anfallenden
Biogas erzeugt. Nach endgültiger Fertigstellung und Inbetrieb-nahme
wird hierfür auch eine Vergütung aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz
(EEG) gewährt, erläuterte Geschäftsführer
Dipl.-Ing. (FH) Gerhard Maier.
Ebenfalls neu errichtet wurde ein maschineller Schlammeindickers,
der den Überschuß-Schlamm aus dem Nachklärbecken
komprimiert, bevor dieser in die Faultürme gepumpt wird.
Hierdurch lassen sich spürbare Einsparungen bei den Energie-
und Entsorgungskosten erzielen. Die ständige Arbeit an
der Optimierung der Verfahrenstechnik sowie die konsequente
Markterkundung in Zusammenhang mit Bau- und Beschaffungsmaßnahmen
ergäben laut Maier wirtschaftliche Lösungen für
die Stadtwerke bei gleichzeitig hohem Qualitätsstandard.
Die bisherigen Erfahrungen waren ausschlaggebend, dass der Verwaltungsrat
der Stadtwer-ke nun auch die Betriebsführung für die
Trinkwasserversorgung und das Kanalnetz sowie zukünftige
Erweiterungs- und Sanierungsmaßnahmen im Kanalnetz auf
die WBG übertragen hat. Für den Vorsitzenden Bürgermeister
Helmuth Wächter eine klare Entscheidung zum Vorteil
der Grafenwöhrer Bürger, die trotz allgemeiner Kostensteigerungen
von weiterhin bezahlbaren Gebühren profitieren.
Durch die Tätigkeit der WBG ist zum Beispiel die Einstellung
eines Ingenieurs bei den Stadtwerken vorerst nicht erforderlich.
Der Anlagenteil Wasserversorgung kann auch in Zu-kunft mit den
bewährten Fachkräften der Stadtwerke weiterbetrieben
werden. Derzeit sind bei den Stadtwerken ein Wassermeister,
ein Facharbeiter und zwei Auszubildende beschäf-tigt. Zum
1. September soll ein weiterer Auszubildender für die Fachrichtung
Trinkwasser-versorgung eingestellt werden. Auch
wird Vorstand Amschler durch die Einstellung einer Verwaltungskraft
Unterstützung erhalten.
In der Kläranlage ist das bei der Stadt Grafenwöhr
beschäftigte Personal für die WBG weiter tätig.
Ein Abwassermeister und zwei Facharbeiter sowie ein Helfer sorgen
für optimale Ab-wasserreinigung. Unterstützt werden
sie hierbei von Dipl.-Ing. (FH) Gerhard Maier von der WBG. Die
Kläranlage ist auch Ausbildungsort für die beiden
AzuBis der Stadtwerke.
Zentrum
für Ver- und Entsorgung -
Stadtwerke und WBG ausgelagert
Rechtzeitig zur Vertragsunterzeichnung kam auch grünes
Licht von der E.ON Bayern hin-sichtlich des Erwerbes des
ehemaligen Regionalzentrums in der Pechhofer Straße 18.
Dort sind die Stadtwerke Grafenwöhr und die WBG künftig
zu erreichen. Auch Stützpunkte der E.ON Bayern (mobile
Einheit) und des Gasversorgers FGL werden in diesem Gebäude
unterhalten. Die E.ON-Mitarbeiter aus der Region kümmern
sich von Grafenwöhr aus wei-terhin um eine sichere und
zuverlässige Stromversorgung im Städtedreieck Eschenbach,
Pressath, Grafenwöhr bis nach Kirchenthumbach und Kemnath
und betreuen die Kunden aus diesem Raum.
Den künftigen Planungen zufolgen wird sich in den modernen
und gut ausgestatteten Räu-men auch ein Architektur- und
Ingenieurbüro niederlassen, sodass eine sinnvolle Auslastung
des gesamten Gebäudekomplexes gewährleistet ist.
Nach nahezu drei Jahren Dornröschenschlaf wird
das ehemalige OBAG-Gebäude nun zum Zentrum für
Ver- und Entsorgung. Im Frühsommer soll es mit einem
Tag der offenen Tür offiziell seiner neuen
Zweckbestimmung übergeben werden. Der genaue Termin wird
rechtzeitig bekannt gegeben.
Die Versorgung der Bürger mit Trinkwasser erfolgt nach
wie vor durch die Stadtwerke Gra-fenwöhr; diese rechnen
auch wie bisher mit den Verbrauchern ab, so Vorstand Helmut
Amschler, der in den neuen Räumen überwiegend vormittags
zu erreichen sein wird. Nach-mittags nimmt er weiterhin seine
Aufgaben als Kämmerer der Stadt Grafenwöhr wahr.
Erste umfassende Zusammenarbeit zwischen
E.ON und Kommune
Der Generalbevollmächtigte der E.ON Bayern, Assessor Max
Binder aus Regensburg be-grüßte bei der Vertragsunterzeichnung
am 03. April im Grafenwöhrer Rathaus diese erste große
und umfassende Zusammenarbeit des Unternehmens mit einer Kommune
in der O-berpfalz auf dem Gebiet der Trinkwasserversorgung.
Die vertrauensvolle Kooperation zwi-schen der Stadt Grafenwöhr,
den Stadtwerken und E.ON Bayern habe Modellcharakter. Ziel der
Zusammenarbeit sei die Nutzung der Erfahrungen und Stärken
der Kooperationspartner. Vor allen sollen Synergie- und Kostensenkungs-potentiale
ausgeschöpft werden, insbeson-dere in den Bereichen Marketing,
Vertrieb und Kundenbetreuung, um den Kunden dauerhaft günstige
Preise bieten zu können. Binder: Wir wollen Partner
der Kommunen sein, wir ma-chen aber auch deutlich, dass Mehrheit
und Entscheidungshoheit in unseren Kooperationen bei den Kommunen
liegen.
Das Aufgabenfeld der Ver- und Entsorgung hat im Konzern die
Südwasser GmbH über-nommen, eine 100%ige Tochter der
E.ON Bayern. Hier sind das Know-How, die Fach- und
Sachkompetenz sowie die wasserwirtschaftliche Kompetenz von
E.ON Bayern gebündelt. Das Tochterunternehmen, so Geschäftsführer
Johannes Schneider, wird in der WBG eng mit den Leuten vor Ort
zusammenarbeiten. Damit sei dafür gesorgt, daß die
WBG überall steigende Kosten auch künftig durch Einsparungen
im Betrieb ausgleichen kann.
Amschler
Vorstand