Am Standort
Grafenwöhr plant die US-Army aufgrund von Truppenkonzentrationen
die Erweiterung ihrer bisherigen Einrichtungen zur modernsten
Kaserne in Europa mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund
1 Mrd. Euro. In diesem Zusammenhang soll zum einen innerhalb
des Übungsplatzes das Ostlager erweitert werden, wofür
rund 650 Mill. Euro veranschlagt werden.
Weitere 350 Mio. Euro sollen in den Bau von öffentlichen
Einrichtungen wie Kirche, Kindergarten, Schule und Einkaufszentrum
und der notwendigen Infrastruktur für die neue Stadt am
Netzaberg im Gemeindegebiet Eschenbach sowie weiteren Umbaumaßnahmen
auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr verwendet werden.
Geplant sind 1600 Wohnungen für US-Angehörige, davon
rund 800 - 1000 bei der neuen Stadt am Netzaberg. Die restlichen
Wohnhäuser sollen auf verschiedene Anrainergemeinden des
Übungsplatzes verteilt und von privaten Investoren errichtet
werden, wobei als Standortvoraussetzung ein Umkreis von 30 Autominuten
definiert wurde.
Für das Städtedreieck Grafenwöhr, Eschenbach
und Pressath, das zur Kategorie des ländlichen Raumes,
der eine nachhaltige Stärkung erfahren soll, gezählt
wird, sowie für die Region bedeutet diese Investition eine
sehr große Chance, aber gleichzeitig die größte
Herausforderung, die es gilt gemeinsam zu lösen.
Der Stadtrat hat sich mit dieser großen Problematik mehrmals
beschäftigt und wegen der baulichen Entwicklung einige
Flächen im Stadtgebiet für die Bebauung mit US-Wohnungen
beschlossen. Unter anderem sind dies:
- Creußenwiesen zwischen Michl u. Pappenberger/Witt, Parallelstraße
Neue Amberger Straße,
- Martin-Luther-Straße Lücke zwischen Reiter Englbert
und Böhm im Truppen- übungsplatz,
- Römersbühler Straße zwischen Taxi Müller
und Stickerei Adler im Truppen- übungsplatz,
- Hammergmünd-Wolfsacker,
- Hütten-West westlich Baugebiet In der Loh,
- Hütten-Loosberg,
- zwischen Gößenreuth und Runken- reuth (in und außerhalb
des Truppen- übungsplatzes
Die Bereitstellung von Flächen in den bestehenden Bebauungsgebieten
Ochsenhut, Weinbühl und dem geplanten in der Steinfelser
Straße in Hütten ist nicht vorgesehen.
Mit Vertretern der US-Armee und des Bundesvermögensamtes
soll geklärt werden, ob die von der Stadt vorgeschlagenen
Flächen von den Amerikanern akzeptiert und so weit erforderlich
aus dem Übungsplatz freigegeben werden. Schriftliche Anträge
sind schon seit längerer Zeit gestellt worden.
Außerdem hat der Stadtrat beschlossen, dass massivst
- die Umgehung von der B 470 (Kreuzung Dießfurt) zur B
299 (Nähe Flugplatz, wie in
der Regionalfortschreibung bereits festgeschrieben,
- die Öffnung der Wache 5 beim Kreu- zungsbereich des Gründerzentrums,
- die direkte Zufahrt der US-Siedlung Netzaberg in den Truppenübungsplatz,
- der Kreisverkehr in der Bahnhof-/ Eschenbacher Straße
beim Sebastian- Altenheim,
- sowie eine mögliche weitere Umgehung zwischen der St.
2168 (Nähe Runken- reuth) zur B 470 gefordert wird.
In diesem Zusammenhang wurde die Universität Bayreuth,
Prof. Dr. Maier, damit beauftragt, zu untersuchen, wie die derzeit
laufenden Stadtentwicklungskonzepte Aussagen über die zu
erwartenden positiven und negativen funktionsspezifischen und
übergreifenden Auswirkungen dieses Großvorhabens
zulassen, sowie Gestal-tungsvorschläge zur regionalverträglichen
Entwicklung im Sinne eines Strategiepapiers zu entwickeln.
Zu untersuchen ist, welche quantitativen und qualitativen regionalökonomischen
Auswirkungen (positiv und negativ) in wirtschaftlicher, kultureller,
sozialer, verkehrlicher und ökologischer Hinsicht zum derzeitigen
Planungsstand für den Standort Grafenwöhr und die
Region verbunden sind.
Welche Möglichkeiten sich ergeben, um die zweifellos mit
dem Projekt zu-sammenhängenden negativen Auswirkungen z.B.
im Bereich des Verkehrs zu regeln.
Bei Vorliegen des Konzeptes hat sich der Stadtrat mit den Ergebnissen
auseinander zu setzen und die weiteren Schritte zu beschließen.