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FREIE WÄHLER
Ein Star lässt sich nicht hetzen

Bild Martin Hößl

Rinderdame Gerda nimmt sich Zeit - Kuhfladen-Bingo der Freien Wähler wahrer Publikumsmagnet

Mit Engelszungen sprach Kuhfladen- Bingo-Kommentator Silvano Orsini auf sein weibliches Gegenüber ein. Er machte Witze und Komplimente, das Publikum liebte ihn - aber bei Gerda fruchtete sein Charme nicht. Die braun-weiße Schönheit ließ sich über eine Stunde Zeit, bis sie Silvia Schmidschneider zur Gewinnerin der 500 Euro kürte - kein Wunder, wenn einem hunderte von Menschen „dabei“ zuschauen.

Zweites Frühstück hilft
Weder die Redegewandtheit, noch der Witz, noch das passende Outfit des Moderators überzeugten die Kuh. Sie spannte die Nerven der „Glücksspieler“ bis zum Zerreißen. Erst nachdem Gerda noch mal Brotzeit gemacht hatte, setzte sie ihren Fladen in das Feld 0/15.

Das angekündigte Spektakel lockte am Sonntag den 21.04.2002 Hunderte in den Stadtpark. Initiator Orsini wollte den tierischen Spass zusammen mit den Freien Wählern schon im Februar umsetzen. Weil aber der Wetterfrosch stur wie ein Esel am unteren Ende seiner Leiter quakte, musste es damals abgesagt werden. Nun lösten die Freien Wähler ihr Versprechen ein und starteten einen zweiten Anlauf. Diesmal hatten sie „Schwein“. Das Wetter war herrlich und bereits eine halbe Stunde nach Beginn der Veranstaltung waren die Karten vergriffen. Die emsigen Helfer beschlossen, den Beginn des Spieles vorzuverlegen. Angesichts der schneckenhaften Verdauung Gerdas (oder ihres Lampenfiebers?) ein kluger Schritt. Vielleicht ist die hübsche Fleckvieh-Dame aber auch ein ganz ausgebuffter Profi: Die Spannung stieg von Minute zu Minute. Es ging neben dem Spaß schließlich um viele „Mäuse“. Gerda kitzelte die Nerven der Bingospieler und büxte drei Mal aus. Gutmütig folgte sie Besitzer Johann Spiegl und seiner Ehefrau Rosa (aus Parkstein) aber wieder auf das grüne Spielfeld. Nachdem der erste Durchgang einige Zeit in Anspruch nahm, wurde eine zweite Runde mit einem kleineren Spielfeld gestartet. Diesmal wurden sogar drei Gewinner ermittelt. Stephanie Mayer, Marie-Paule Hannak und Ludwig Widmann aus Grafenwöhr waren die Glücklichen, die 83 beziehungsweise 84 Euro erhielten.

Haushalts-Finanzspritze
Für Silvia Schmidschneider aus Grafenwöhr waren die 500 Euro aus dem ersten Durchgang „eine sehr willkommene Aufbesserung meines Haushaltsgeldes“.

„Fast eine liebe Kuh“
Silvano Orsini machte während einer Umfrage bei den begeisterten kleinen Zuschauern eine überraschende Entdeckung. Zwei Drittel der Kids hatten noch keinen persönlichen Kontakt mit Kühen. Der Kommentar einer Achtjährigen: „Gerda ist fast eine liebe Kuh“. Ganz lieb wäre sie gewesen, hätte sie sich für ihr Feld entschieden. Zum gelungenen Auftakt der Festsaison trug auch die Line-Dance-Gruppe „Flying Boots“ bei, die mit ihren Tänzen und der dazugehörigen Countrymusic ein flottes Rahmenprogramm gestaltete. Einige Zuschauer tanzten spontan mit.

Nachdem das Kuhfladen-Bingo so gut von der Bevölkerung aufgenommen wurde, wollen es die Freien Wähler in Zukunft einmal jährlich durchführen.