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Alte
Amberger Straße verwaist Sechzig Prozent Umsatzeinbussen
Die Sperre der Wache I stellt ein großes Problem der Wirtschaft
dar. Dies ergaben Umfragen der Einzelhändler in der Alten
Amberger Straße in Grafenwöhr. Die Leiterin des Arbeitskreises
Wirtschaft Brigitte Ross berichtete von der Umfrage
bei der letzten Agenda21 Sitzung im Rathaus. Wenn die
Einzelhändler ihr Geschäft nur gepachtet hätten,
ständen wohl einige vor der Schließung, so das
Resümee der Umfrage. Die Alte Amberger Straße ist seit
der Sperre der Wache verwaist. Die Laufkundschaft aus dem Lager
fehle an allen Ecken und Enden. Nach Aussagen von Stadtbaumeister
Raimund Röttenbacher sei dies auch das Thema in jeder Stadtratssitzung.
Die Wache I soll auch so bald wie möglich wieder geöffnet
werden, so Röttenbacher. Bürgermeister Helmuth Wächter
führe in dieser Richtung laufend Gespräche.
Urlaub auf dem Bauernhof
Ross sprach bei der Agenda-Sitzung auch das mögliche Programm
Urlaub auf dem Bauernhof an, bei dem sich die Landwirte
aus der Gegend ein zweites Standbein schaffen könnten. Eine
Befragung mit amerikanischen Soldaten in Grafenwöhr-Vilseck
und Hohenfels hat durchaus positive Ergebnisse gebracht. Ross
habe auch Kontakte mit AOVE, einer Gesellschaft für regionale
Entwicklung in Hahnbach hergestellt. Diese wollen eine Regionalschau
in Vilseck durchführen und haben Interesse für die Arbeit
der Agenda21 gezeigt.
Kontakte mit Kirchenthumbach
Brigitte Ross habe auch Kontakt mit Oliver Neidull aus Kirchenthumbach
geknüpft. Im Mai soll ein Marktverband gegründet werden.
Nach Aussage von Neidull ist der Kirchen-thumbacher Anschluss
an Grafenwöhr denkbar. Der Agenda-Sprecher Erich Hannak berichtete
von der Agenda-Sitzung der Nachbargemeinde Pressath und war sichtlich
beeindruckt vom Elan der Pressather. Insgesamt nahmen 18 Teilnehmer
an der Agenda-Sitzung teil. Die nächste Sitzung in Grafenwöhr
wurde auf den 13. Mai 2002 anberaumt.
Destrikt
Moos: Niedermoorstandort mit seltenen Tier und Pflanzenarten
Revierleiter Raimund Pöhlmann referiert bei Agenda21
Die besondere Bedeutung des Torfes beim Destrikt Moos
ist in der Wasser-rückhaltefläche für den Wasserschutz
zu sehen. Die ersten Erfolge sind durch die allmählich angestrebte
Renaturierung beziehungsweise Vernässung bereits deutlich
sichtbar. Die Folge davon ist das Schritthalten der Vegetation.
Diese guten Aussichten übermittelte Raimund Pöhlmann,
der seit 1995 Revierleiter beim Forstamt Pressath ist, den Agenda21
Mitgliedern bei der jüngsten Sitzung. Ich habe den
Hessenreuther Wald und auch das Moos besonders ins
Herz geschlossen, so Pöhlmann. Das Moos
ist mit 288,2 Hektar eine natürliche Waldgesellschaft mit
Moorbirke und Spirke (Moorkiefer) und daher eine standorttypische
Rarität als Baumart. In Pressath ist sie in einigen Beständen
führend. Deshalb gibt es auch eine Samenernte an dieser Baumart.
Durch den Torfabbau in früherer Zeit und durch Aufforstungen
mit Fichte wurde sie zurückgedrängt. Heute geht man
daher zielgerichtet vor. Von über 33 Kilometer Gräben
wird nur ein kleiner Bruchteil gereinigt, um das Wegenetz zu sichern.
Die übrigen Gräben brechen zusammen oder bilden Stillwasserbereiche.
Die Gräben am Weg haben aber keinen Einfluss auf die Entwässerung
der Fläche, wie das frühere engvernetzte Grabennetz.
Fichte soll Spirke weichen
Pöhlmann betonte, dass die Fichte auf der ganzen Fläche
zurückgenommen werden muss, besonders wo die natürliche
Waldgesellschaft mit Birke und Spirke gefördert werden kann.
Durch eine moderne Holzerntetechnik wird der massive Eingriff
in die Fichte erst ermöglicht. Seit zwei Jahren können
in Pressath mittels eines Seilkranes weit entfernte Bestände
gerückt werden und große Holzmassen ohne Befahrung
bewegt werden. Die Gefahr für das Wasserschutzgebiet und
etwaige Bodenschäden werden also ausgeschlossen. Die Holzernte
wurde seit 1984 verdreifacht. Derzeit würden etwa 2000 Kubikmeter
Holz pro Jahr geerntet. Das Ziel ist eine Förderung der materiellen
Waldgesellschaft. Die Birken und Spirkenteile sollen erweitert
und die Fichte soll zurückgenommen werden. Damit verbunden
ist also eine Vernässung der Fläche und mehr Licht in
der Krautschicht. Durch die Verringerung des Fichtenanteiles wird
eine geringere Saugwirkung des Waldbestandes angestrebt. Krautige
Begleitarten und Totholz soll gefördert werden. Eine Vernässung
des Torfkörpers wird langfristig sichergestellt. Dadurch
wird der Gewässerschutz gewährleistet. Ein geändertes
Waldbild bringt somit einen höheren Freizeitwert, mehr Stabilität
und Artenvielfalt, betonte der Revierleiter. Der Agenda-Sprecher
Erich Hannak bedankte sich am Ende der Ausführungen bei Raimund
Pöhlmann, der den Anwesenden auch noch eine geführte
Wanderung im Moos versprach.
Begegnungsstätte Altes Forsthaus
Wohin sollen die Kinder nach dem Schulunterricht, wenn daheim
niemand auf sie wartet? Diese Frage war und ist nach wie vor brandaktuell.
Es gibt genügend Kinder -
die Zahl steigt stetig - , deren Eltern ganztags berufstätig
sind. Die Großeltern sind weit weg oder es gibt gar keine
mehr. Dieses Thema wurde von Agenda-Mitgliedern des Arbeitskreises
Soziales erneut auf den Punkt gebracht. Zur Diskussionsrunde
war auch Regina Conrad eingeladen, der das Wohl der noch relativ
jungen Kinder am Herzen liegt. Bis 13.30 Uhr betreut sie schon
seit einiger Zeit Grundschulkinder, deren Unterricht frühzeitig
endet.
Laut Conrad wäre eine Nachmittagsbetreuung sinnvoll, damit
sich auch in dieser Zeit jemand um die Kinder kümmern kann.
Der Kellerraum der Grundschule, wo die Betreuung derzeit stattfindet,
ist jedoch denkbar ungeeignet. Das Modellprojekt Begegnungsstätte
Altes Forsthaus, das ihr die Agenda-Mitarbeiter vorstellen,
böte sich geradezu an. Der Garten beim Alten
Forsthaus wäre ideal, schwärmt Conrad. Wenn
hier eine Nachmittagsbetreuung stattfinden könnte, wäre
sogar das leidige Busproblem für einige Kinder behoben. Ausser
der Nachmittagsbetreuung gäbe es aber noch vielerlei andere
Aktionen und Maßnahmen, die sich in einer Begegnungsstätte
verwirklichen ließen, so die Vorsitzende des Agenda-Arbeitskreises
Soziales Christine Pöllath.
Aktion Mütter helfen Müttern
Es müssen auch nicht immer ausgebildete Leute sein, die Verantwortung
zu tragen haben. Pöllath dachte dabei an die Aktion Mütter
helfen Müttern, wo die gegenseitige Betreuung gegeben
ist, damit beispielsweise ein Arztbesuch in aller Ruhe erlaubt
ist. Auch ein
Erfahrungsaustausch Senioren für Junioren und
umgekehrt sowie der Austausch von Alleinerziehenden oder Verwitweten
wäre denkbar. Die Palette der Möglichkeiten kann beliebig
erweitert werden: angefangen von Bastelgruppen, Treffen von Mutter-Kind-Gruppen,
Seniorennachmittagen, Bücher- und Wanderausstellungen, Dia-Abende,
Ernährungsberatung, Musikveranstaltungen, Seminare der Industrie-
und Handelskammer oder der Volkshochschule, bis hin zu Seelsorge-,
Rechtliche oder Psychologische Sprechstunden und anderen mehr.
Die Begegnungsstätte sollte nicht den Charakter eines reinen
Jugendtreffs haben, sondern sich in vier Untergruppen aufgliedern.
Familien- und Kulturtreff
Beim Familientreff sollten vielmehr die verschiedenen Generationen
zusammen-geführt werden. Die Sitten und Gebräuche der
Mitbürger könnten bei Kulturabenden kennengelernt und
gepflegt werden. Beim Seniorentreff könne sich die ältere
Generation durch Gespräche untereinander oder auch beim Erfahrungsaustausch
mit der Jugend wohlfühlen. Mit einem offenen Jugendtreff
soll die Integrationsmöglichkeit ausländischer Jugendlicher
ermöglicht werden. Hier wurde auch an ein Frühstück
sowie eventuell an ein Mittagessen für die Schulkinder und
an eine Jugenddisco gedacht. In einem Kulturtreff könne man
Lesungen durchführen oder ein Cafe einrichten.
Besichtigung geplant
In absehbarer Zeit ist seitens der Stadt eine
Besichtigung von zwei Projekten ähnlicher Art in Regensburg
geplant. Wer Interesse an einer solchen Besichtigung hat, solle
sich zu gegebener Zeit an die Stadt wenden. Der Termin wird noch
bekannt gegeben. Nach der Besichtigung soll weiter über das
Modellprojekt Begegnungsstätte Altes Forsthaus
mit verschiedenen Institutionen diskutiert werden, so Pöllath.
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